Wissen
08.10.2018

Baumwanzen-Plage verbreitet unangenehmen Geruch

Die aus Fernost eingeschleppte Insektenart ist derzeit auf der Suche nach einem Winterquartier.

An Obstfrüchten kann sie erheblichen Schaden anrichten - ansonsten wird die Marmorierte Baumwanze aber eher als ungefährlicher Lästling eingestuft. Am unangenehmsten fällt die Wanze derzeit aber durch ihren stinkenden Geruch auf.

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) gehört zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae) und ist ca. 15 mm groß, braun-grau marmoriert gefärbt mit auffälligen schwarz-weiß gemusterten Seitenrändern am Hinterleib und mit schwarz-weiß gestreiften Fühlern. In Wien ist das Insekt vor etwa drei Jahren zum ersten Mal aufgetreten. Laut AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) wurde sie um die Jahrtausendwende über Transportkisten von Ostasien nach Nordamerika eingeschleppt und breitete sich dort rasch und massiv aus. In Europa wurde sie erstmals 2004 in Liechtenstein und 2007 in der Schweiz festgestellt - von dort war der Weg nach Österreich nicht weit.

Fortpflanzung

Die stinkende Wanze wird im Frühjahr ab etwa 10 Grad Celsius aktiv und macht sich auf die Suche nach Wirtspflanzen - nach mehreren Wochen Saugtätigkeit beginnt die Eiablage. Bis zum Spätsommer werden Eigelege von bis zu 30 Eiern abgelegt - vorzugsweise an der Blattunterseite. Ein Weibchen kann bis zu maximal 450 Eier ablegen - innerhalb von 2 Monaten entstehen daraus adulte Wanzen. Laut AGES sind in der ursprünglichen Heimat fünf bis sechs Generationen pro Jahr zu erwarten, in Europa nur etwa zwei.

Jetzt, im Herbst, verlassen die Wanzen ihre Wirtspflanzen und suchen nach Überwinterungsquartieren. Dabei sammeln sie sich gerne in Gruppen an Sonnenplätzen wie z.B. an Hausfassaden und Fenstern. Da sind sie Menschen vor allem wegen ihres unangenehmen Geruchs lästig, schädlich sind sie aber nicht.