Antikörper können Dengue- und Zika-Virus neutralisieren
Der Entwicklung eines Impfstoffs gegen sich weltweit ausbreitende Viren von Krankheiten wie Zika oder Dengue-Fieber könnte einen Schritt weiter sein. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat herausgefunden, dass es offenbar einen bisher nicht bekannten Zusammenhang zwischen Zika- und Dengue-Viren gibt. Funktionieren die neue theoretischen Erkenntnisse, könnten bestimmte Antikörper, die durch eine Impfung hervorgerufen werden, gleich mehrere Virusarten neutralisieren.
Virenaufbau im Detail sehr unterschiedlich
Dengue- und Zika-Viren gehören beide zur Art der sogenannten Flavi-Viren. Dazu zählt übrigens auch das FSME-Virus, das durch Zeckenbisse übertragen werden kann, oder das West-Nil-Virus. Im Grunde ähneln sich bestimmte Eiweißstoffe (E-Proteine) dieser Flavi-Viren. Allerdings ist die Abfolge ihrer Aminosäuren jeweils sehr komplex - daher können die vorhandenen Impfstoffe nicht für alle Flavi-Viren verwendet werden. Sonst würden beispielsweise FSME-Impfstoffe ebenso gegen Dengue-Fieber wirken.
Antikörper wirkt gegen mehrere Viren-Varianten
In der aktuellen Untersuchung, an der neben dem Institut Pasteur in Paris und dem Imperial College in London auch Wiener Virologen des Departments für Virologie der MedUni Wien mitarbeiteten, gelang es, eine bestimmte Domäne des E-Proteins zu identifizieren, die mehrfach wirksam ist. Es wurde bei Dengue-Patienten gefunden und richtet sich gegen jene E-Protein-Bestandteile, die gegen alle vier bekannten Virus-Stereotypen des Dengue-Fiebers wirkt und auch gegen Zika-Viren. Die Hoffnung sei, anhand dieser Erkenntnisse das E-Protein für einen Impfstoff nachzubauen, erklärt Virologe Franz X. Heinz.
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