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Wirtschaft
09/24/2018

Zurückzahlen, ich? Schon Schüler machen Schulden

Finanzbildung in jungen Jahren gilt als besonders wichtig. In der Schule kommt das Thema Taschengeld jedoch zu kurz.

Wer als Kind lernt mit Geld umzugehen, tappt später weniger häufig in die Schuldenfalle. Taschengeld soll helfen, ein Gefühl für den Wert von Geld zu bekommen und Bedürfnisse der eigenen ökonomischen Möglichkeiten anzupassen. Finanzbildung gilt daher als Voraussetzung für ökonomische Stabilität.

Gerade hier gibt es aber Nachholbedarf, geht aus einer von der Münze Austria in Auftrag gegebenen Studie hervor. Demnach verschulden sich Jugendliche immer häufiger. Schon jeder fünfte Klient der Schuldenberatung ist jugendlich.

Für die Studie „ Taschengeld und finanzielle Bildung“ wurden 2000 Schülerinnen zwischen der fünften und achten Schulstufe befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die meisten Kinder bekommen Geld, wenn auch nicht in empfohlenem Ausmaß. Jüngere Kinder sparen mehr. Älteren ist Geld wichtiger. Im Unterricht wird kaum über den Umgang mit Geld gesprochen. Dringenden Änderungsbedarf sehen hier sowohl die Studienautoren, als auch die Münze Österreich.

12 bis 25 Euro

Frisch aus der Volksschule bekommen Kinder 12 Euro im Monat, in der achten Schulstufe bereits 25 Euro. Autorin Marlene Kollmayer von der Uni Wien verweist auf die unterschiedlichen Auszahlungsintervalle. 43 Prozent der Kinder erhalten ihr Geld monatlich, ein Viertel wöchentlich. Vier Prozent bekommen ihr Geld täglich und dabei mehr als empfohlen. Jene, die ihr Geld wöchentlich oder sogar monatlich erhalten, steigen hingegen schlechter aus. Die Studie bezieht sich dabei auf die „Taschengeld-Formel“: Empfohlen wird, bei bis zu Zwölfjährigen, das Alter mit 30 bis 50 Cent zu multiplizieren und jenen Betrag wöchentlich auszuzahlen. Bei älteren Kindern könne man monatlich das Alter mit 2 bis 3,60 Euro multiplizieren .

Ausgegeben wird das Geld laut Kindern für Essen, Treffen mit Freunden, für Süßigkeiten und Kleidung. Kollmayer verweist dabei auf die extrem stereotype Geschlechterverteilung. Während Mädchen viel für Kleidung und Make-Up ausgeben, sind bei Burschen Videospiele besonders beliebt.

39 Prozent der Befragten sparen einen Großteil ihres Taschengelds. Nur 9 Prozent geben an, nichts zu sparen. Die Studie zeigt auch soziodemographische Differenzen auf. AHS-Schüler sparen mehr als ihre Kollegen in der NMS, Burschen sparen mehr als Mädchen.

Geborgt wird schon früh. Fast dreiviertel aller Befragten hat sich schon Geld geliehen. Zurückgezahlt wird nicht immer. Nur 61 Prozent der Kinder geben Freunden das Geld immer zurück.

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