┬ę Reinhard Vogel

Wirtschaft
10/04/2019

Zum Jahresende ist Tiefpunkt der Wirtschaftsentwicklung erreicht

Wifo und IHS senkten BIP-Wachstumsprognose 2020. Die Arbeitslosenrate sinkt heuer noch, steigt dann aber leicht an.

├ľsterreichs Wirtschaft w├Ąchst heuer und n├Ąchstes Jahr nur ged├Ąmpft - ist aber weit entfernt von einer Rezession. F├╝r 2019 erwarten Wifo und IHS unver├Ąndert 1,7 bzw. 1,5 Prozent reales BIP-Plus, f├╝r 2020 haben sie die Prognosen am Freitag auf 1,4 bzw. 1,3 Prozent Anstieg gesenkt. Die Arbeitsmarkt-Erholung endet, die Inflation bleibt niedrig. Brexit und Handelsthemen sind die gr├Â├čten Abw├Ąrtsrisiken.

Im Laufe des kommenden Jahres sollte sich die Konjunktur schrittweise erholen. Dass im Gesamtjahr 2020 nicht mehr Wachstum abzusehen ist, h├Ąngt mit dem recht geringen statistischen "├ťberhang" von 2019 und einem noch schwachen Start ins n├Ąchste Jahr zusammen. Allerdings sei gegen├╝ber der Juni-Prognose nun f├╝r 2020 "ein etwas ung├╝nstigeres internationales Konjunkturbild" zu erwarten, "insbesondere f├╝r den Euroraum", sagt das Institut f├╝r H├Âhere Studien (IHS). 2018 ist die heimische Wirtschaft ja real nur 2,4 Prozent gewachsen und nicht wie lange Zeit gedacht um 2,7 Prozent.

Arbeitslosenrate d├╝rfte 2020 leicht steigen

Heuer im Fr├╝hjahr hat sich die Konjunktur in ├ľsterreich - so wie international - abgek├╝hlt, insbesondere die Exporte haben betr├Ąchtlich an Dynamik verloren, w├Ąhrend der Privatkonsum weiter stabil expandierte, so das Wifo. F├╝rs zweite Halbjahr sind die Aussichten nur verhalten, die Einsch├Ątzungen der Sachg├╝tererzeuger haben sich laut Konjunkturtest deutlich eingetr├╝bt. Der Tiefpunkt der Wirtschaftsentwicklung d├╝rfte gem├Ą├č dem internationalen Umfeld Ende 2019 erreicht werden.

Die Arbeitslosenrate d├╝rfte heuer noch weiter zur├╝ckgehen, 2020 aber bereits leicht ansteigen. Den Maastricht-├ťberschuss im Staatshaushalt sehen heuer beide Institute besser als 2018, n├Ąchstes Jahr d├╝rfte er aber nicht zuletzt wegen einiger kurz vor der Nationalratswahl im Parlament beschlossenen Ma├čnahmen etwas schlechter als zuletzt erwartet ausfallen.

Weltwirtschaft w├Ąchst langsamer

Im Prognosezeitraum 2019/20 ist nach Ansicht des Wifo mit einer weiteren Verlangsamung der Expansion der Weltwirtschaft zu rechnen. "Insbesondere in der Industrie d├╝rfte die Talsohle noch nicht erreicht sein", erkl├Ąrte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag. Eine weltweite Rezession sei gegenw├Ąrtig unwahrscheinlich. Es spreche aber auch wenig f├╝r eine rasche Konjunkturbelebung.

In den USA d├╝rfte sich das Wachstum verlangsamen, aber robust bleiben, gest├╝tzt vom Privatkonsum, meint das Wifo. Die Entwicklung im Euroraum sei von einer ausgesprochenen Schw├Ąche in Deutschland gepr├Ągt, wo die Exportindustrie stark unter der schw├Ącheren Weltkonjunktur leide. Technisch gesehen d├╝rfte unser Nachbar im dritten Quartal in eine Rezession abgleiten.

Die Schw├Ąche der weltweiten Industrieproduktion laste auf der Investitionsg├╝ternachfrage - und damit auf dem Welthandel, der auch durch die Handelskonflikte belastet werde, so das Institut f├╝r H├Âhere Studien (IHS). Da keine weitere Eskalation dieser Konflikte zu erwarten sei, sollte der Welthandel, nach einem R├╝ckgang um 0,5 Prozent heuer, wieder etwas Fahrt gewinnen und 2020 um 1,3 Prozent zulegen.

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