Wirtschaft
29.11.2018

Zukunft der OMV: Weniger Öl, mehr Gas und Innovationen

Nachhaltigkeit: Bis 2025 will der Konzern 500 Millionen investieren und die Emissionen um ein Fünftel reduzieren

Erdgas hat riesiges Potenzial und ist in der Strategie der OMV der Energieträger der Zukunft.“ Konzern-Chef Rainer Seele stellte bei der Präsentation der „Nachhaltigkeitsstrategie 2025“ die Prioritäten klar. Sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Mobilität will der teilstaatliche Energiekonzern wesentlich stärker auf Gas setzen. Aus Wirtschaftlichkeits- ebenso wie aus Umweltgründen.

Gegenüber Kohle könne man mit Gas 50 Prozent der Emissionen einsparen. Im Transportbereich seien die Chancen von Erdgas „zu wenig erkannt“. Die Infrastruktur sei mit rund 160 CNG-Tankstellen (mit Gas-Zapfsäulen), davon ein Drittel von der OMV, vorhanden.

Er werde sich bei der Autoindustrie für Erdgas-Mobilität einsetzen, kündigte Seele an. Es dürfe nicht alles in Richtung E-Mobilität fahren. Denn das Problem der Emissionen werde lediglich von der Autoindustrie zur Stromerzeugung delegiert.

Bis 2025 will die OMV 15 Nachhaltigkeitsziele erreichen und dadurch die -Emissionen um 19 Prozent senken. Die großen Förderprojekte, von Rumänien über Russland bis Norwegen und Tunesien, betreffen großteils Erdgas. Die Gasverkäufe in Europa will die OMV auf 20 Milliarden Kubikmeter verdoppeln. Außerdem soll Gas künftig bei der Ölförderung nicht mehr abgefackelt werden. Und Erdöl soll künftig stärker in der Petrochemie veredelt werden.

500 Millionen Euro will die OMV in innovative Energieprojekte investieren. Im Projekt „ReOil“ wird derzeit in Schwechat eine Pilotanlage zur Verarbeitung von Plastikmüll in schwefelfreies, synthetisches Rohöl-Konzentrat getestet. Beim „Bio-Öl Co Processing“ wird biogenes Öl aus Altöl, beispielsweise aus „Frittenbuden“, gewonnen.

Zur Nachhaltigkeit ist auch geplant, den Anteil von Frauen im Management zu erhöhen. Bis 2025 soll jede vierte Führungskraft weiblich sein, derzeit liegt die Frauenquote bei 18 Prozent, 2010 waren es erst fünf Prozent. Die OMV sei „deppert“, wenn man das Potenzial, das in Frauen stecke, nicht stärker nutzen würde, argumentierte Seele recht rustikal.

Nord Stream 2

An der Gaspipeline Nord Stream 2 mache die OMV weiter wie bisher, betonte der OMV-Boss. Die OMV finanziert das politisch umstrittene Projekt maßgeblich mit. Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte sich nun „ohne Wenn und Aber“ hinter das „energiepolitisch und gesamtwirtschaftlich wichtige und positive Projekt“ für Österreich.

Die Pipeline, die von Russland durch die Ostsee nach Deutschland geplant ist, soll Ende 2019 betriebsbereit sein, sagte jetzt ein Repräsentant des Projektes.