Damals noch ÖBIB, heute ÖBAG. Kürzel wechseln, Wirrwarr bleibt

© ÖBIB/Gregor Schweinester

Wirtschaft
03/06/2020

Zu wenig Licht im Dschungel der Beteiligungen

An insgesamt 543 Unternehmen ist der Bund beteiligt. Der Rechnungshof kritisiert Unordnung im Management.

Über die Jahre ist das Firmengeflecht der Republik Österreich gewuchert – dabei ist offenbar der Überblick verloren gegangen. Der Rechnungshof, der sich alle Bundesbeteiligungen vorgeknöpft hat, kritisiert Unordnung im Management.

Es fehle eine umfassende Sammlung aller Daten, deren Qualität sei mangelhaft. Das Controlling der Beteiligungen und ihrer Finanzen weise ebenfalls „eine Reihe von Unzulänglichkeiten“ auf, hieß es im Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Kein Gesamtüberblick

Die Rechnungshof-Prüfer zählten 543 Unternehmen, an denen der Bund mehrheitlich beteiligt ist (an 157 direkt, an 328 indirekt). Dazu kommen 58 Beteiligungen der 22 Universitäten.

Im Laufe der Jahre kamen etliche Beteiligungen dazu oder fielen weg (Grafik). Die höchste Zahl an Tochterfirmen war Stand Ende 2017 bei der ÖBB-Holding angesiedelt (89), gefolgt von der Immobiliengesellschaft BIG (61), dem Hypo-Abwickler Heta Asset Resolution (51), Verbund (36), der früheren Bundesbeteiligungsgesellschaft (und ÖBAG-Vorgängerin) ÖBIB (26) und der Oesterreichischen Nationalbank OeNB mit 18 Töchtern.

Heute ÖBAG, damals ÖBIB, davor ÖIAG. Kürzel wechseln, Wirrwarr bleibt

Heute ÖBAG, damals ÖBIB, davor ÖIAG. Kürzel wechseln, Wirrwarr bleibt

Heute ÖBAG, damals ÖBIB, davor ÖIAG. Kürzel wechseln, Wirrwarr bleibt

Heute ÖBAG, damals ÖBIB, davor ÖIAG. Kürzel wechseln, Wirrwarr bleibt

Wegen des Wirrwarrs verfüge der Bund über „keine strategische Gesamtbetrachtung seines Beteiligungsportfolios“, lautet die Kritik. Die Daten, welche die jeweils zuständigen Ressorts ans Finanzministerium liefern, seien teilweise unvollständig oder gar fehlerhaft.

Fazit: „Keine Stelle hatte einen Gesamtüberblick über die Beteiligungen nach einheitlichen Vorgaben.“ Somit werde eine aussagekräftige Analyse und wirksame Steuerung erschwert. Indirekte Beteiligungen würden zumeist gar nicht überprüft, weil sie keiner Berichtspflicht unterliegen. Der Personalaufwand der Unternehmen stieg übrigens von 2013 und 2017 um 10,3 Prozent – am meisten bei solchen mit „verwaltender Tätigkeit“ mit mehr als 29 Prozent Plus.

Die Prüfer empfehlen nun, für alle Beteiligungen klare Ziele festzulegen und in Datenbanken zu erfassen. Vorbildhaft seien hier Finnland, Schweden, Schweiz, Deutschland und Litauen. HSP

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