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Wirtschaft
12/05/2011

Zahl der Privatpleiten gestiegen

Bei Privaten sei der falsche Umgang mit Geld und Verschlechterungen beim Einkommen "schuld", so die Creditreform. Weniger Firmeninsolvenzen.

Die Zahl der Firmenpleiten ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 zurückgegangen, jene der Privatpleiten allerdings gestiegen. Während die Unternehmensinsolvenzen um über sechs Prozent auf 4645 Verfahren sanken, stiegen die Insolvenzen von Privatpersonen um fast sechs Prozent auf über 8200 Betroffene. Diese endgültigen Zahlen gab die Creditreform am Donnerstag bekannt.

Private

Bei den Privatpleiten liegen die Ursachen nach Ansicht der Creditreform vor allem im falschen Umgang mit Geld sowie in Einkommensverschlechterungen. "Wie auch so manche Unternehmen oder gar der Staat haben auch viele Private die (vergangene) Wirtschaftskrise mittels Schulden durchtaucht bzw. zur Erhaltung des Lebensstandards neue gemacht", heißt es weiters. Ein "Grundübel" bleibe aber immer dasselbe: Schuldenmachen sei längst nicht mehr mit einem sozialen Stigma versehen.

Unternehmen

Ein Abklingen der positiven Entwicklung an der "Pleitenfront" sei kurzfristig nicht in Sicht, angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung sei aber jeder Unternehmer zur Vorsicht aufgerufen, heißt es. Das Schaffen von Liquidität sei nun das Gebot der Stunde und die beste "Insolvenzprophylaxe", so Creditreform-Geschäftsführer Rainer Kubicki.

Sieht man von der Steiermark (+4,7 Prozent) ab, sind die Unternehmensinsolvenzen überall zurückgegangen. Die höchste Insolvenzbetroffenheit herrschte in Wien mit über 17 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Österreichweit wurden im Durchschnitt nicht ganz 13 Insolvenzen pro 1000 Unternehmen gezählt. Die am stärksten betroffene Branche war das Bauwesen mit 31 Insolvenzen je 1000 Branchenunternehmen.