Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Heuer dürfte die Wirtschaft um magere 0,4 Prozent wachsen. 2015 schauen laut OeNB 0,7 Prozent raus.

© REUTERS/LISI NIESNER

Nationalbank
12/05/2014

Woran Österreichs Wirtschaft 2015 zu knabbern hat

Arbeitslosigkeit, Hypo, Investitionen, Konsum: OeNB-Wachstumprognose zeigt Schwächen auf.

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat am Freitag wie erwartet ihre Wachstumsprognose für Österreich gesenkt. Demnach dürfte die heimische Wirtschaft heuer nur 0,4 Prozent real wachsen, Ende August hatte die OeNB noch 0,9 Prozent Plus erwartet. 2015 dürfte mit 0,7 Prozent auch nur wenig BIP-Zuwachs drin sein, für 2016 werden 1,6 Prozent für möglich gehalten, auch weniger als zuletzt.

Wie der KURIER berichtete, sind in Österreich bereits 400.000 Menschen ohne Arbeit. Infolge der schwachen Wirtschaft dürfte die Arbeitslosenrate 2015 auf 5,3 Prozent ansteigen. Die heimische Inflation - seit längerem immer wieder die höchste Rate in der EU oder der Eurozone - dürfte sich auf dem aktuellen Niveau von rund 1,5 Prozent einpendeln, hieß es am Freitag seitens der Notenbank.

Auswärtsschwäche

Die geringe Wachstumsdynamik des Welthandels und die Konjunkturschwäche im Euroraum belasten die heimische Exportwirtschaft. Die für Österreich maßgeblichen Exportmärkte dürften heuer nur um drei Prozent wachsen, übernächstes Jahr dann um fünf Prozent. Das sei aber deutlich unter den Raten von vor der Krise.

Die heimischen Investitionen werden‭ ‬laut OeNB nur wenig zu einem Aufschwung beitragen können.‭ ‬Das hohe Maß an Unsicherheit bezüglich der Absatzchancen im In-‭ ‬und Ausland werde sich nur langsam zurückbilden,‭ ‬die Investitionskonjunktur daher insgesamt recht schwach bleiben.

Hoffen auf stärker wachsende Löhne

Der private Konsum werde sich 2014 und 2015 ‬nur sehr verhalten entwickeln. 2016 würden jedoch wieder stärker wachsende Reallöhne für eine leichte Beschleunigung des Konsumwachstums sorgen.

Die für die Eurozone maßgebliche HVPI-Inflationsrate werde 2014 bis 2016 um die 1,5 Prozent pendeln.

Und dann noch die Hypo...

Für das gesamtstaatliche Budgetdefizit (laut Maastricht) erwartet die OeNB für heuer mit einer Verschlechterung auf 2,4 Prozent des BIP. Diese budgetäre Verschlechterung gehe insbesondere auf die stark steigenden Vermögenstransfers an Banken im Zuge der Reorganisation der Hypo Alpe Adria Gruppe (Heta) zurück. Für 2016 und 2016 rechnet die OeNB aber mit einer "signifikanten Verbesserung" des Maastricht-Defizits auf 1,8 bzw. 1,4 Prozent des BIP.

Auch der Anstieg der öffentlichen Schuldenquote im heurigen Jahr auf 85,4 Prozent des BIP werde durch die Hypo-Reorganisation getrieben.‭ ‬‬

Für 2015‭ ‬wird eine Trendumkehr in der Entwicklung der öffentlichen Schuldenquote erwartet, und die öffentliche Schuldenquote soll bis Ende‭ ‬2016‭ ‬auf‭ ‬82,9 Prozent ‬des BIP sinken.‭

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