Christoph Leitl feierte seinen 70. Geburtstag.

© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

Wirtschaft
04/08/2019

Posse um "Christoph-Leitl-Lounge" in der Wirtschaftskammer

Kammer ehrte ihren Ex-Präsidenten mit großem Fest und YouTube-Video zum 70. Geburtstag. Grüne Wirtschaft empört.

von Anita Staudacher

Die Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag von Ex-Wirtschaftskammer-Präsident und Eurochambres-Präsidenten Christoph Leitl bringen die Grünen auf die Palme. Die Wirtschaftskammer (WKO) organisierte für den Mahrer-Vorgänger am Donnerstag in der Vorwoche ein Fest mit geladenen Gästen aus Politik und Sozialpartnerschaft.

Höhepunkt des Abends war die Umbenennung der schmucken Sky-Lounge im Dachgeschoß der WKO in die "Christoph-Leitl-Lounge". Dazu wurde ein privates Video mit WKO-Boss Harald Mahrer als Hauptdarsteller gedreht und auf YouTube hochgeladen:

Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, ist gar nicht zum Feiern zumute. Sie will von WKO-Präsident Harald Mahrer nun wissen, ob für Feier und Video WKO-Mitgliedsbeiträge verwendet wurden: „Mahrer soll erklären, warum die Geburtstagsfeier in den Räumen der Wirtschaftskammer stattfand, wer diese bezahlt hat und wer das 'grotesk peinliche' Video finanziert hat.“ Weiters ortet sie einen "fragwürdigen Personenkult".

Offizielle Feier

Mahrer-Sprecherin Sonja Horner versteht die Aufregung nicht. Das Video sei  intern mit Handykameras produziert worden und hätte bis auf 44,98 Euro für die Musiklizenz keine Kosten verursacht. Die Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag Präsident Leitls seien einfach und transparent darstellbar.

"Bei der Feier waren knapp über 200 Personen, die Kosten für das Geburtstagsfest des ehemaligen Wirtschaftskammerpräsidenten, der sich 18 Jahre für Österreichs Wirtschaft eingesetzt hat, belaufen sich auf rund 20.000 Euro", so Horner. Es handelte sich um keine private Feier, "sondern um eine offizielle Feier für den amtierenden Präsidenten der Europäischen Wirtschaftskammern".

Anwesend waren u.a. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Vertreter der Bundesregierung wie  Außenministerin Karin Kneissl und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Spitzenvertreter der Sozialpartner wie Renate Anderl, Medienvertreter und hochrangige Unternehmensvertreter.

Ex-Präsidenten-Säle

Die Umbenennung der Lounge sei "nicht ungewöhnlich", sagt Horner. Es gäbe in der WKÖ mehrere Veranstaltungsräume, die nach den ehemaligen Wirtschaftskammerpräsidenten wie Raab, Sallinger und Maderthaner benannt sind.

 

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