Österreicher Markus Braun, Chef von Wirecard

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Wirtschaft
08/07/2019

Wirecard: Ziel sind 2,3 Milliarden Euro Umsatz durch Kooperation mit Aldi

Der Österreicher Markus Braun, Chef von Wirecard, peilt heuer für seinen Zahlungsdienstleister einen Betriebsgewinn in Höhe von bis zu 815 Millionen Euro an.

Der boomende Online-Handel stimmt den Zahlungsdienstanbieter Wirecard zuversichtlicher. Der Konzern aus Aschheim bei München schraubte am Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen seine Prognosen nach oben. "Im ersten Halbjahr hat sich unser Wachstum beschleunigt, sodass wir äußerst optimistisch in das zweite Halbjahr blicken", sagte der aus Österreich stammende Firmenchef Markus Braun.

"Dementsprechend haben wir unsere Prognose 2019 sowie die Vision 2020 erhöht." Die Wirecard-Aktie war mit einem Kursgewinn von rund einem Prozent im vorbörslichen Handel einer der Favoriten im Dax.

Für 2019 erwartet der deutsche Konzern nun einen Betriebsgewinn (Ebitda) in einer Spanne von 765 Millionen bis 815 Millionen Euro. Die zuletzt im Mai angehobenen Ziele für heuer sahen einen Anstieg auf 760 bis 810 Millionen Euro vor. Im nächsten Jahr solle der Umsatz bei einem erwarteten Transaktionsvolumen von mehr als 230 Milliarden Euro dann auf gut 3,2 Milliarden Euro anziehen. Wachstum verspricht sich Wirecard unter anderem von einer Kooperation mit Aldi Süd und Aldi Nord sowie mit dem japanischen Technologieinvestor Softbank.

Wirecard wickelt für Einzelhändler, Flug- und Bahnkonzerne sowie Telekommunikationsfirmen auf der ganzen Welt Zahlungen ab und kassiert dafür Gebühren. Der Konzern setzt vor allem auf die Auswertung von Online-Bezahldaten, um Kunden Zusatzangebote wie Kredite oder Versicherungen anbieten zu können. Das über die Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen legte von Jänner bis Juni um 38 Prozent auf 77,3 Milliarden Euro zu. Das führte zu einem um 36 Prozent höheren Betriebsgewinn von 342 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse kletterten ebenfalls um mehr als ein Drittel auf gut 1,2 Milliarden Euro.

Weltweit boomt der Markt für Zahlungsdienstleistungen wie nie zuvor. Beteiligungsgesellschaften und strategische Investoren geben Milliarden aus, um Firmen aus der Branche zu kaufen. So wurde vor wenigen Tagen die Mehrheit des Heidelberger Anbieters Heidelpay für 600 Millionen Euro an den US-Investor KKR verkauft. Der Kreditkartenkonzern Mastercard legte für Teile des dänischen Zahlungsabwicklers Nets 2,9 Milliarden Euro auf den Tisch. Und eine neue Finanzierungsrunde katapultierte die Bewertung des schwedischen Zahlungsanbieter-Fintechs Klarna auf rund fünf Milliarden Euro nach oben.