Wien Energie belässt Preise

Geld verheizen: Durch Ökostrom-Kraftwerke für neue Wohnanlagen soll der Energiepreis für die Bewohner kalkulierbar sein.
Foto: Ernst Weingartner/Fotolia Wien Energie möchte den Anteil an Erneuerbarer Energie erhöhen.

Die Strom- und Gaspreise werden über die heurige Heizperiode nicht erhöht, versichert Geschäftsführer Robert Grüneis.

Die Wien Energie wird ihre Strom- und Gaspreise vorerst nicht ändern. Es werde über die Heizperiode sicher keine Strom- und Gaspreiserhöhung geben, sagte Geschäftsführer Robert Grüneis. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 hat die Wien Energie weniger Gas (-3,1%) und Strom (-1,2%) verkauft und auch produziert.

Verantwortlich für den geringeren Absatz war die im Vergleich zum Vorjahr wärmere Witterung. Die Temperaturen im Versorgungsgebiet der Wien Energie lagen um 5 Prozent über dem Vorjahreswert, aber um 4 Prozent unter den langjährigen Trend. In der heurigen Heizsaison waren der Oktober und November kälter als die 30-jährige Durchschnittstemperatur, der Dezember bisher wärmer. Der Energieverbrauch einer durchschnittlichen Wiener Wohnung lag um 4,5 Prozent bzw. um 173 Kilowattstunden (kWh) über dem 30-jährigen Durchschnitt. Die Gaskosten liegen damit laut Wien Energie seit Anfang Oktober bis Mitte Dezember um 11,75 Euro höher als bei einem durchschnittlichen Temperaturverlauf (30 Jahre), gegenüber dem Vorjahr sind es bisher um 21,50 Euro mehr.

Erneuerbare Energie

Der Anteil der Erneuerbaren Energie sowohl beim Strom als auch im Wärmebereich soll deutlich angehoben werden. So soll im Jahr 2030 die Hälfte der Erzeugung aus Erneuerbaren stammen, sagte Zapreva. Derzeit liegt deren Anteil bei Strom bei 11 Prozent bzw. 400.000 Haushalten, bei Wärme bei 18 Prozent. Investieren wolle die Wien Energie in den Ausbau der Erneuerbaren Energien pro Jahr rund 200 Mio. Euro.

Einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils werden die heuer erworbenen Anteile an den Verbund-Wasserkraftwerken am Inn leisten. Wien Energie und EVN haben im Frühjahr zusammen 26 Prozent der Verbund Innkraftwerke GmbH erworben. Investieren werde man auch in Windkraft. Im nächsten Jahr würden mehrere Windparks im In- und Ausland, etwa in Polen und Rumänien, in Betrieb gehen. In Wien setze man verstärkt auf Solarenergie und Geothermie.

Geschäftsjahr

Der Umsatz der Wien Energie lag bei 2,04 Mrd. Euro. Unbereinigt lag der Umsatz 18,3 Prozent unter dem Wert des vorangegangenen Geschäftsjahrs. Bereinigt ergab sich ein Plus von 2,5 Prozent. Die Wien Energie GmbH umfasst mittlerweile nur mehr das im Wettbewerb stehende Strom- und Gasgeschäft, also im Wesentlichen Produktion und Vertrieb, sowie die Fernwärme und die Telekom-Aktivitäten. Das Stromnetz und das Gasnetz sind in eigene Gesellschaften ausgegliedert, deren Anteile ebenso wie jene der Wien Energie GmbH direkt von den Wiener Stadtwerken gehalten werden.

Das Betriebsergebnis der Wien Energie lag bei 61,5 Mio. Euro (+2,4 Prozent), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug 82,3 Mio. Euro (+3,3 Prozent), der Konzernjahresüberschuss 80,1 Mio. Euro (+1,9 Prozent). Das Finanzergebnis verbesserte sich um 5,9 Prozent auf 20,8 Mio. Euro. Die Verschuldensrate (Gearing) stieg - vor allem umstrukturierungsbedingt - auf 124 Prozent, nach rund 97 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter halbierte sich durch die Umstrukturierung auf 2.738, davon sind rund 1.200 in der Fernwärme Wien und rund 200 Personen in der Energiecomfort beschäftigt. Die Pensionsrückstellungen sind dadurch auf 574 Mio. Euro (zuvor: 2 Mrd. Euro) zurückgegangen. Die Wien Energie muss der Gemeinde Wien die Pensionsaufwendungen für die ihr zugewiesenen Mitarbeiter ersetzen. Die Zahl der Beamten und Vertragsbediensteten liegt bei der Wien Energie nun bis 900 bis 1.000 Personen, in der alten Struktur waren es rund 3.500.

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(apa / js) Erstellt am
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