© APA PictureDesk/AGRANA/Schedl

Halbjahr
10/08/2020

Weniger Verlust mit Zucker: Agrana schreibt mehr Gewinn

Höherer Zuckerpreis in der EU verbessert die Bilanz. Entscheidung über Zukunft der Zuckerfabrik Leopoldsdorf im November.

von Andreas Anzenberger

Im Februar war der Marktpreis für Weißzucker in der EU auf einem neuen Tiefstand. Danach ging es langsam noch oben, weil die Erntevorhersagen für große Zuckerproduzenten außerhalb der EU nach unten korrigiert werden mussten. Dieser Trend hat sich positiv auf die Halbjahresbilanz der Agrana ausgewirkt. Der Umsatz mit Zucker stieg um fast 22 Prozent. Der Verlust in diesem Segment sank von 18,7 Millionen Euro (Halbjahr 2019/’20) auf neun Millionen Euro (Halbjahr 2020/21) .

Derzeit laufen Gesprächen zwischen der Agrana und den Rübenbauern über die Anbauflächen für die kommenden Jahre. Für die Auslastung der beiden Zuckerfabriken der Agrana in Tulln und Leopoldsdorf (Marchfeld) ist eine Rübenanbaufläche von 38.000 Hektar notwendig. Heuer betrug die Anbaufläche lediglich 26.200 Hektar.

Mit mehrjährigen Verträgen, einem Mindestpreis und einer Wiederanbauprämie bei Schädlingsbefall soll verhindert werden, dass die Zuckerfabrik in Leopoldsdorf wegen zu geringer Auslastung geschlossen wird.

Gute Ernteerträge

Dass es heuer gute Erträge bei der Rübenernte in Österreich gibt, sei eine „positive Entwicklung“ lautet dazu der Kommentar vom Vorstandsvorsitzenden der Agrana, Johann Marihart. Die Entscheidung über die Zukunft der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf wird im November fallen.

Wegen der geringeren Verluste im Zuckerbereich ist das Ergebnis (Ebit) der Agrana trotz Corona-Krise von 51,7 auf 55,8 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz wuchs auf 1,3 Milliarden Euro.

Die geringsten Veränderungen gab es bei der Stärkeproduktion. Der Absatz ist zwar gesunken, die Ethanolpreise sind hingegen gestiegen. Im Fruchtbereich ist das Ebit wegen geringerer Ausliefermengen und Deckungsbeiträgen für Apfelsaftkonzentrat gesunken.

Marihart geht in seinem Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr davon aus, dass der Konzern-Umsatz „leicht bis moderat“ steigen wird. Beim Konzern-Ebit rechnet der Agrana-Chef mit einem Ergebnis „zumindest auf Vorjahresniveau“. Der Aktienkurs der Agrana ist nach der Bekanntgabe der Ergebnisse leicht gestiegen.

Offen ist allerdings eine wichtige Personalentscheidung. Der Vertrag von Marihart läuft im Februar 2021 aus. Der 69-Jährige ist seit 1992 Agrana-Chef. Es könnte seine letzte Pressekonferenz in dieser Funktion gewesen sein.

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