Weltspartag: Zinstief trübt Feierlaune

Verschiedene Zwerg-Figuren der Sparkasse stehen auf einem Tisch.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat der Weltspartag doch stark an Glanz verloren.

Die heimischen Banken sollten den heutigen Weltspartag neu positionieren und ihn nutzen, die Kunden über Aktuelles aufzuklären und das Vertrauen auszubauen, lautet der Rat der GfK-Meinungsforscher.

Eine Sammlung von Kinderartikeln, darunter ein 3D-Buch über wilde Tiere, Stifte und Spielzeug.
Spartag Geschenke
Die Chance zu vielen Kontakten werden die Banken jedenfalls bekommen. Es wird erwartet, dass rund 1,6 Millionen Kunden am Weltspartag bei ihrer Hausbank vorbeischauen. Nicht zuletzt deshalb, weil es – wie traditionell üblich – kleine Geschenke gibt.

Viel Grund zum Feiern gibt es ansonsten nicht: Die Sparzinsen kleben auf ihrem Rekordtief fest, nach Abzug der Inflation bleibt vom Jahreszins meistens real nichts übrig (mehr dazu).

Kreisdiagramm zum Finanzvermögen der Österreicher im Jahr 2013, insgesamt 490 Mrd. Euro.
Die Sparquote der Österreicher liegt nur noch bei 5,2 Prozent(mehr dazu; siehe auch Grafik) - das ist nur halb so viel wie der langjährige Durchschnitt. Das hat eine neue Berechnung der Nationalbank ergeben. Umfragen hat mehr als die Hälfte der Österreicher angegeben, derzeit weniger Geld zum Sparen übrig zu haben. Wer Geld auf die hohe Kante legt, macht dies hauptsächlich, um gegen finanzielle Notfälle gewappnet zu sein, oder für größere Anschaffungen. 37 Prozent der Österreicher wollen "für später" vorsorgen.

Der Weltspartag wird seit mittlerweile 89 Jahren begangen.

Bilder: So spart Österreich

Ein zerbrochenes Sparschwein ist mit Euro-Münzen gefüllt.

Die Sparzinsen sind im Keller – und werden "noch ein paar Jahre niedrig bleiben", so Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank.
Ein roter Stift liegt vor dem unscharfen Wort „sparen“.

Entsprechend ist die Lust am Sparen ist in den vergangenen Jahren gesunken: Nur 72 Prozent halten es aktuell "wichtig, Geld beiseitezulegen". 2009 waren es noch etwa 80 Prozent. Das zeigt eine aktuelle IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.
Eine Grafik zeigt die monatliche Sparsumme der Österreicher von 2006 bis 2013.

Dennoch sparen die Österreicher mehr – der monatliche Sparbetrag wuchs heuer gegenüber dem Vorjahr von durchschnittlich 170 auf 181 Euro an.
Weltspartag: Zinstief trübt Feierlaune

Die Motive für das Sparen sind hauptsächlich finanzielle Absicherung und geplante größere Anschaffungen.
Ein roter Reisepass liegt auf einem Stapel von Euroscheinen.

Fast jedem zweiten Sparer (45 Prozent) ist die Verzinsung am Sparbuch "sehr wichtig".
Ein Mann steht vor einem Bankomaten, um Geld abzuheben.

Für die überwiegende Mehrheit zählten Werte wie Sicherheit (70 Prozent) und schnelle Verfügbarkeit (60 Prozent) aber stärker.
Ein Sparbuch mit mehreren Euro-Banknoten darin.

Nur etwa jeder Zweite kennt den Zinssatz auf seinem Sparbuch, rund ein Drittel hat diesbezüglich "gar keine Ahnung".
Eine Person übergibt einer anderen einen Stapel Euroscheine, darunter 500-Euro-Noten.

APA/BARBARA GINDLAPA6517408-2 - 18012012 - SALZBURG - ÖSTERREICH: THEMENBILD - Illustration zum Thema "Sparen, Anlage und Zahlungsverkehr". Im Bild: Ein Sparbuch und Geldscheine in einem Geldinstitut am Freitag, 13. November 2009, in Salzburg (gestellte
Bauarbeiter gießen Beton auf einer Baustelle.

Der Anteil der Bausparer ist seit 2010 von 58 auf 66 Prozent gestiegen.
Eine Hand bedient einen Taschenrechner neben Euro-Münzen und Diagrammen.

Lebensversicherungen bewegen sich mit einem Anteil von 41 Prozent auf stabilem Niveau.
Weltspartag: Zinstief trübt Feierlaune

Rund jeder Vierte zahlt in die staatlich geförderte Pensionsvorsorge ein.
Weltspartag: Zinstief trübt Feierlaune

Auf Wertpapiere und Fonds setzt ebenfalls rund ein Viertel.
Weltspartag: Zinstief trübt Feierlaune

11 Prozent der Österreicher – also rund 800.000 Personen - nutzen bereits Banking-Apps. Die Zahl der Nutzer steigt überproportional stark an, so die Studie.
Eine Hand wirft eine 10-Cent-Münze in ein gelbes Sparschwein.

Was die Lust am Sparen fördern kann, sind neue Sparformen: 13 Mio. wurden bereits übers Smartphone bzw. als Rundungsbetrag beim Einkaufen auf die Sparbücher gelegt. Mit dem Sparbuch am Smartphone (Impulsspar-App) wurden hierzulande von Kunden der Erste Bank und Sparkasse bereits 5,7 Mio. Euro spontan per Knopfdruck angespart.
Ein Kunde bezahlt mit seiner Kreditkarte an der Kasse eines Supermarktes.

Über Rundungssparen, wo beim Einkaufen automatisch zum nächsten Euro aufgerundet wird und der Differenzbetrag auf ein Sparbuch wandert, sind schon 7,3 Mio. Euro gespart worden. Die neuen Sparformen wurden voriges Jahr eingeführt.

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