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Wirtschaft
11/19/2019

Warum Österreich im Ringen um Talente zur Weltspitze zählt

Globale Rangliste. Die Attraktivität für Spitzenkräfte ist hoch: Österreich schafft es, Platz vier unter 63 Ländern zu halten.

In Sachen Wettbewerbsfähigkeit ist Österreich selten in der Weltspitze zu finden – bei den einschlägigen Rankings von Weltbank (Doing Business, Platz 27), Weltwirtschaftsforum (21) oder der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD (19) reicht es meist nur für einen Platz im oberen Mittelfeld.

Anders sieht es im Wettstreit um die attraktivsten Arbeitsbedingungen für Toptalente aus. Österreich schafft in dieser Wertung den erfreulichen Platz 4 von 63 Ländern.

Wie kommt die Rangliste zustande?

Die Frage ist, wie erfolgreich Länder dabei sind, Spitzenpersonal selbst zu entwickeln oder anzuwerben – und zu binden. Dazu fließen zum Beispiel Faktoren wie Bildung, Lebensqualität, Gehälter, Verfügbarkeit von Fachkräften und Sprachkenntnisse ein. Erstellt wird das Ranking auch von IMD (International Institute for Management Development). Teilweise werden dafür harte Daten zusammengetragen, teils Ergebnisse einer Manager-Umfrage (zuletzt 6.000 Teilnehmer) ausgewertet.

Was macht Österreich besser als etwa Deutschland oder die USA?

Gleichermaßen spitze sind die zwei europäischen Länder in der Lehrlingsausbildung und bei Mitarbeitertrainings: Das unterscheidet sie von den USA. Österreich hat topmotivierte Mitarbeiter (Platz zwei) und eine intensivere Lehrer-Betreuung in den Schulen und Unis. Lebensqualität, Gesundheitssystem und relativ hohe Manager-Gehälter sprechen ebenfalls für Rot-Weiß-Rot.

Wo schneidet Österreich schlecht ab?

Die Steuerbelastung ist im IMD-Ranking die zweithöchste weltweit. Der Fachkräftemangel wirkt laut Manager-Umfrage schon als Flaschenhals. Die heimischen PISA-Schultestresultate sind ebenfalls nur mittelmäßig.

Was fehlt, um zur Spitze aufzuschließen?

Gerade die Plätze drei bis sieben sind hart umkämpft – hier bewegen sich alle Länder bei Werten zwischen 85 und 87 Prozent. Schweden konnte so von Platz 8 auf 3 vorrücken – und Österreich überholen, das seinerseits Norwegen hinter sich ließ. Die Schweiz liegt mit deutlichem Abstand voran (100 Prozent). Österreich könnte seine Attraktivität steigern, wenn die Steuern und Lebenskosten niedriger wären.

Wer waren die Aufsteiger des Jahres?

Den größten Sprung machte Island – von Platz 16 auf 7. Auch Litauen und Taiwan haben sich stark verbessert.

Und wer waren die größten Verlierer?

Neues Schlusslicht ist die Mongolei, die mit Venezuela Platz gewechselt hat. Die meisten Plätze (–10 Ränge) hat Jordanien eingebüßt, auch die Türkei und Kanada sind stark abgerutscht.