Wirtschaft
05.12.2011

Wann weniger gezahlt werden darf

Mietzinsminderung: Man findet eine nette Wohnung, unterschreibt den Vertrag - und erst später stellt sich heraus, dass etwas nicht passt.

Die Elektroleitungen sind veraltert, Schimmel wuchert hinter dem Spiegelkasten im Badezimmer, penetranter Küchengeruch vom darunterliegenden Gasthaus breitet sich aus.
Als Mieter hat man in solchen oder ähnlichen, Situationen die Möglichkeit, den Mietzins zu mindern. Doch kann sich dies mitunter schwierig gestalten und bisweilen vor dem Richter enden. Anders als in Deutschland, gibt es in Österreich leider keine Formel, wie man eine Mietzinsminderung berechnen kann. Hilfestellung bietet ein neues Buch vom Wiener Juristen Eike Lindinger. Es soll Mietern, Vermietern, aber auch Richtern dabei helfen, den Anspruch zu ermitteln und die Prozesschancen abzuwägen. Lindinger hat hierfür die Rechtssprechung der vergangenen Jahrzehnte zusammengefasst. Das Buch bietet Checklisten und Musterbriefe zur Orientierung.

Tipps

Essenziell für eine Mietzinsminderung: Man muss die Mängel angemeldet/angezeigt haben. Bevor man die Zahlung der Miete einstellt bzw. reduziert (die Höhe der Reduktion berechnet sich nach der Bruttomiete), müsse man den Vermieter zudem die Chance geben, die Mängel zu beheben, sagt Lindinger.

Ein zentraler Teil des Buches ist dem Übergabeprotokoll gewidmet. "Wie übergebe ich eine Wohnung richtig? Hier gilt: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte", erläutert Lindinger. Er rät, Digitalfotos auszudrucken und zu paraphieren, "damit später der Vorwurf gar nicht erst erhoben werden kann, das Foto sei retuschiert". Mit einer präzisen Dokumentation werde man generell leichter zu einer entsprechenden Mietzinsreduktion kommen.

Wer keinen Rechtsschutz hat, sagt Lindinger, sollte aber aufpassen. Lässt man sich auf einen Prozess ein, drohen, wenn man verliert, nicht nur hohe Gerichtskosten. Im Extremfall kann es auch zu einer Räumungsklage kommen.

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