Wirtschaft 19.03.2012

Waffenhandel boomt: Asien rüstet auf

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Indien, Südkorea, Pakistan, China und Singapur sind die weltweit größten Waffenimporteure. Griechenland fiel zurück.

Der weltweite Handel mit Waffen boomt weiter. In den vergangenen fünf Jahren erhöhte sich das Volumen der Rüstungsgeschäfte rund um den Globus im Vergleich zum Zeitraum 2002-2006 um 24 Prozent. Die fünf größten Waffenimporteure seien in Asien ansässig, hieß es in einem Bericht des in Stockholm ansässigen Friedensforschungsinstituts SIPRI. Die größten Waffenexporteure sind demnach weiterhin die USA und Russland.

Im Untersuchungszeitraum von 2007 bis 2011 wurden dem Bericht zufolge 44 Prozent der weltweiten Waffenimporte in Asien und Ozeanien registriert. Weit abgeschlagen folgten Europa mit 19 Prozent, der Mittlere Osten mit 17 Prozent, Amerika mit elf Prozent und Afrika mit neun Prozent.

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Indien war laut SIPRI im Zeitraum 2007-2011 der größte Waffenimporteur der Welt - mit einem Anteil von zehn Prozent. Hintergrund seien die Feindschaft zum Nachbarland Pakistan sowie interne Konflikte und der Kampf gegen den Terrorismus. Die anderen vier wichtigsten Rüstungsimporteure kommen ebenfalls aus Asien: Südkorea, Pakistan, China und Singapur.

Die Waffenimporte Griechenlands sind indes um 18 Prozent zurückgegangen. Das krisengebeutelte Land war laut SIPRI zehntgrößter Waffenimporteur im Zeitraum 2007-11, davor (2002-2006) sei Griechenland noch an vierter Stelle gelegen. Im Jahr 2011 habe Griechenland keinen neuen Auftrag für herkömmliche Waffen erteilt.

Chinas Aufstieg als Exporteur

Auffällig sei der Aufstieg Chinas als Waffenexporteur, sagte SIPRI-Experte Mark Bromleya. Zwischen 2002-2006 und 2007-11 stieg das Volumen der chinesischen Waffenexporte um 95 Prozent. Vor allem Pakistan habe chinesische Rüstungsgüter wie Schiffe und Kampfflugzeuge gekauft.

Mit 30 Prozent werden die meisten Waffen aus den USA exportiert, die Ausfuhren aus Russland liegen bei 24 Prozent. Auf Platz drei folge Deutschland mit neun Prozent. Die Bundesrepublik exportierte laut SIPRI unter anderem U-Boote und Fregatten. Die wichtigsten Absatzmärkte seien Griechenland, Südkorea und Südafrika gewesen. Frankreich und Großbritannien liefern acht beziehungsweise vier Prozent aller Waffen.

Mit einem Anstieg um 580 Prozent steigerte vor allem Syrien die Waffenimporte seit dem Jahr 2002 deutlich, auch in Venezuela war seither ein Anstieg von 555 Prozent zu beobachten. SIPRI zufolge hatte der Arabische Frühling indes nur eine geringe Auswirkung auf den internationalen Waffenhandel.

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Erstellt am 19.03.2012