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Wirtschaft
05/02/2019

VW gibt in den USA wieder Gas

Trotz Dieselskandals gewinnt VW an Boden, Einbrüche gab es dagegen für Audi und Daimler. BMW schaffte eine leichte Steigerung.

Volkswagen hat seine Verkäufe auf dem insgesamt eher schwächelnden US-Automarkt im April abermals kräftig gesteigert. Dank eines reißenden Absatzes des neuen Jetta und anhaltend hoher Nachfrage nach den SUVs Atlas und Tiguan konnte das Unternehmen laut Mitteilung vom Mittwoch 31.309 Neuwagen absetzen, um 8,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 3,9 Prozent.

Damit macht der deutsche Autohersteller auf dem US-Markt, wo die Verkäufe nach dem Abgasskandal zeitweise eingebrochen waren, weiter deutlich an Boden gut. Für die anderen deutschen Hersteller lief es im vergangenen Monat weniger rund.

Dämpfer für Audi und Mercedes

Einen besonders herben Dämpfer erlitt VWs Oberklassetochter Audi, bei der die Verkäufe um 21 Prozent einbrachen. Auch Daimler geriet mit seiner Marke Mercedes-Benz unter die Räder - hier betrug das Minus knapp 15 Prozent. Der Rivale BMW schaffte mit seiner Stammmarke immerhin ein Plus von 1,4 Prozent.

Insgesamt stehen die Zeichen auf dem US-Markt nach jahrelangem Absatz-Boom weiter auf Abschwung, im April hielten sich die Amerikaner beim Autokauf erneut eher zurück. So mussten große Hersteller wie Fiat Chrysler oder Toyota starke Absatzeinbußen verkraften, branchenweit zeichnet sich der vierte Monat mit sinkenden Verkäufen in Folge ab.

Auch GM und Ford verloren

Auch die Marktführer General Motors und Ford, die ihre Zahlen nur noch im Quartalstakt veröffentlichen, büßten zuletzt ein - obwohl Pick-up-Trucks und SUVs weiter gut gefragt sind.

Die Autoindustrie steht derzeit im Mittelpunkt von Handelstreitigkeiten zwischen den USA und der Europäischen Union. US-Präsident Donald Trump hat Strafzölle für europäische Autoproduzenten angedroht, sollte die EU nicht zu einer Öffnung insbesondere ihrer Agrarmärkte bereit sein. Dagegen sträubt sich insbesondere Frankreich, während US-Autozölle vor allem Deutschland treffen würden.