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Wirtschaft
07/06/2021

Vorbild Bauwirtschaft: Gewerkschaft vida kämpft für "Tourismus-Kasse"

Startkapital von rund 200 Mio. soll aus der öffentlichen Hand kommen - Opposition unterstützt den Vorschlag

Die Gewerkschaft vida will die finanzielle Belastung der Tourismusbetriebe durch die Coronakrise mit einer "Tourismuskasse" abfangen. Ein ähnliches Modell gibt es bereits mit der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse. Das Startkapital von 200 Mio. Euro soll aus der öffentlichen Hand kommen. Die Initiative wird von SPÖ, FPÖ und Neos unterstützt, morgen soll ein Entschließungsantrag im Parlament eingebracht werden.

Vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit nennt die Tourismuskasse einen "Gamechanger". Auf der Seite der Beschäftigten biete das Modell mehr Sicherheit und höhere Sozialstandards weil Urlaubsansprüche bei Jobwechsel mitgenommen werden könnten. Außerdem sollen überbetriebliche Weitbildungsangebote geschaffen werden. Auf der Unternehmensseite ergebe sich daraus eine sofortige finanzielle Entlastung indem Rückstellungen für Urlaubsansprüche umgehend aufgelöst werden könnten, so Hebenstreit.

Der Tourismus kämpfe derzeit mit einem Angebotsproblem, erklärte der vida-Tourismusvorsitzende Berend Tusch am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die Arbeitsbedingungen würden nicht passen. Zwischen Überstunden und Teildiensten, Arbeitsverdichtung und Dienstplanunsicherheit habe man "kein Leben neben dem Beruf". Darüber hinaus seien die Gehälter zu niedrig, "das wollen die Leute nicht mehr mitmachen". Die Folge sei Arbeitskräftemangel.

Die Kosten von 200 Mio. Euro für die Errichtung der Tourismuskasse sollen zunächst vom Staat getragen werden, so der Vorschlag der vida. In weiterer Folge sollen sich dann Betriebe schrittweise beteiligen, trotzdem koste es die Unternehmen "keinen Cent", weil statt in Rückstellungen in die Tourismuskasse eingezahlt werde, so der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Muchitsch.

Auch die Opposition unterstützt den Vorschlag. Die SPÖ-Abgeordnete Melanie Erasim bezeichnet die Tourismuskasse als eine "Win-Win-Situation für Betriebe und Beschäftigte". Die FPÖ ist "davon überzeugt, dass das eine gute Geschichte ist", so der FPÖ-Abgeordnete Gerald Hauser. Er verstehe nicht, warum die Regierungsparteien den Antrag "nicht von Haus aus unterstützen".

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