Wolfgang Eder blickt entspannt in die Zukunft

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Ausblick
08/26/2015

Voest schraubt Ziele zurück

Niedrige Rohstoffpreise machen mittelfristiges Umsatzziel unmöglich. China bereitet keine Sorgen.

Der Stahlkonzern voestalpine kippt sein mittelfristiges Umsatzziel. "Schon alleine aufgrund des enormen Verfalls der Rohstoffpreise in den letzten Jahren werden wir den Umsatz nach unten korrigieren müssen", sagte Konzernchef Wolfgang Eder in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Bisher wollte das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende März) die Erlöse von zuletzt 11,2 auf 20 Milliarden Euro steigern. Wichtiger als der Umsatz sei ohnehin, dass die Rentabilitätsziele erfüllt werden, sagte Eder. "Die EBITDA-Marge (der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen; Anm.) von 14 Prozent könnte schon etwas früher als 2020/21 erreicht werden", sagte der Manager. 2014/15 lag sie bei 13,7 Prozent.

Keine China-Sorgen, aber Werk wackelt

Die Absatzflaute der Automobilhersteller in China macht dem voestalpine-Chef derzeit keine Sorgen. "Wir sind durch nichts betroffen, das China-Geschäft läuft wie geplant." Auch wenn die Automobilindustrie deutliche Abstriche machen müsste, sei die Produktion dort in den nächsten zwei Jahren abgesichert.

Infrage allerdings stellt Eder seine Pläne für ein neues Edelstahlwerk in dem Land. "Das Werk ist weiterhin eine Option, die weitere Vorgehensweise müssen wir uns aber in aller Ruhe ansehen." Der für 2015 geplante Baubeginn für das rund 140 Mio. Euro teure Werk sei jedenfalls nicht mehr zu halten. Eigentlich wollte die voestalpine die Anlage bis Ende 2017 zusammen mit dem chinesischen Gießereiunternehmen Kocel in Yinchuan in Zentralchina errichten. Dort sollen Edelstahlprodukte für die chinesische Auto- und Konsumgüterindustrie sowie den Maschinenbau hergestellt werden. Möglich sei, dass nun ein anderer Standort ins Auge gefasst werde, sagte Eder.

In Europa spüre der Konzern eine ungebrochen starke Nachfrage aus der Automobilbranche. "Nach Gesprächen mit den Hauptkunden in den vergangenen Tagen erwarten wir in Europa jedenfalls bis Kalenderjahresende keine Änderung des Abnahmeverhaltens", so Eder.

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