Wirtschaft
06.06.2018

voestalpine legte 2017/18 Gewinnsprung hin

Das Ergebnis nach Steuern stieg im Jahresabstand von 527 Mio. auf rund 818 Millionen Euro.

Der börsenotierte Stahlkonzern voestalpine hat seine Gewinne im Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende März) dank starker Konjunktur und internationaler Wachstumsstrategie massiv ausgeweitet. Das Ergebnis nach Steuern legte gegenüber dem Jahr davor um 55 Prozent von 527 Mio. auf 817,9 Mio. Euro zu, wie das Unternehmen am Mittwoch ad hoc mitteilte. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 12,9 Mrd. Euro.

Gegen Ende des Geschäftsjahres habe die zunehmend protektionistische Wirtschaftspolitik der US-Regierung die weltweite ökonomische Stimmung zwar "beträchtlich belastet", die Entwicklung der Realwirtschaft sei davon aber im abgelaufenen Geschäftsjahr unbeeinträchtigt geblieben, heißt es in der Presseaussendung des Konzerns.

Steel Division mit stärkstem Ergebnisbeitrag

Die Automobilkonjunktur hat sich laut voestalpine "anhaltend stark entwickelt" und auch der Konsumgüterbereich und die Flugzeugindustrie hätten ihr hohes Niveau fortschreiben können. Für den Konzern strategisch wichtige Abnehmerbranchen wie der Öl- und Gassektor und die Nachfrage nach Eisenbahninfrastruktur zeigten allerdings noch nicht die gleiche Dynamik wie vor der Finanzkrise. Den stärksten Ergebnisbeitrag innerhalb der voestalpine lieferte 2017/18 die Steel Division.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Unternehmens stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast 27 Prozent auf 1,95 Mrd. Euro, die EBITDA-Marge verbesserte sich von 13,6 auf 15,2 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) überschritt mit einem Plus von 43 Prozent von 823,3 Mio. auf 1,18 Mrd. Euro die 1-Milliarden-Euro-Marke. Die EBIT-Marge betrug 9,1 Prozent, nach 7,3 Prozent im Geschäftsjahr davor. Pro Aktie verblieb ein Gewinn (EPS) von 4,40 (2016/17: 2,84) Euro.

Einschätzung schwierig

Im gerade erst angelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 will die voestalpine ihr operatives Ergebnis "in etwa auf dem Niveau des Vorjahres" halten - Gewinnzuwächse wie 2017/18 sind also vorerst nicht zu erwarten. Die Einschätzung für das zweite Geschäftshalbjahr 2018/19 sei schwierig, denn spätestens in diesem Zeitraum seien "maßgebliche negative Effekte aus handelspolitischen Lenkungsmaßnahmen zumindest einzelner Länder nicht mehr auszuschließen". Nach den per 1. Juni eingeführten US-Importzöllen auf Stahl und Aluminium drohen derzeit beispielsweise auch Autoimportzölle. Weiters befürchtet die Voest ein allmähliches Nachlassen der Hochkonjunkturphase.

Darüber hinaus steht bei dem oberösterreichischen Stahlkocher im laufenden Geschäftsjahr turnusmäßig eine Hochofen-Großreparatur an. Um den operativen Gewinn heuer auf dem Niveau von 2017/18 halten zu können, müssen sich zum einen die Auswirkungen des von US-Präsident Donald Trump befeuerten, internationalen Handelskonfliktes in Grenzen halten; zum anderen müssten bei der Voest "positive Effekte aus dem konjunkturellen Nachziehen einzelner Branchen" wie Eisenbahninfrastruktur, Öl- und Gassektor die negativen Effekte aus dem vorübergehenden Hochofen-Stillstand kompensieren.

(GRAFIK 0615-18)