Wirtschaft
08.08.2018

voestalpine: Hochofen-Reparatur in Linz kostet 185 Mio. Euro

Stillstand dauert etwas länger als gedacht. Erneuerung nur etwa alle 14 Jahre nötig.

Die voestalpine hat über den Sommer eine Hochofen-Großreparatur laufen, die turnusmäßig etwa alle 14 Jahre fällig ist und normalerweise 100 bis 110 Tage dauert. Start war Anfang Juni. Der Eingriff verschlingt Investitionen in Höhe von 180 bis 185 Mio. Euro. Der Gewinn wird dadurch um 150 Mio. Euro gedrückt. "Daran ändert sich nichts", sagte CEO Wolfgang Eder am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

"Bei diesem 'Sauabstich' haben wir einige Tage länger gebraucht, den Hochofen auszuräumen"

CEO Wolfgang Eder

Ursprünglich sollten die Arbeiten Mitte September erledigt sein, jetzt rechnet die Voest mit einer Wiederinbetriebnahme Anfang Oktober, also etwa zwei Wochen später. "Wir sind nicht weit weg von diesem Idealterminplan 100 bis 110 Tage", so der Konzernchef. Der Unsicherheitsfaktor sei immer der Beginn der Reparatur, der sogenannte "Sauabstich", wenn der Hochofen nach über einem Jahrzehnt aufgemacht wird. "Bei diesem 'Sauabstich' haben wir einige Tage länger gebraucht, den Hochofen auszuräumen", berichtete Eder. Die Herausforderung sei immer diese erste Phase, wenn man den Hochofen öffnet. "Diese Überraschungen haben sich in Grenzen gehalten."

Die Reparaturkosten werden den Angaben zufolge zum Teil mit positiven Entwicklungen in anderen Geschäftsbereichen kompensiert. "Die negativen Auswirkungen auf das Ergebnis belaufen sich auf etwa 150 Mio. Euro", bekräftigte der voestalpine-Chef frühere Angaben. "Wir haben erste Auswirkungen in dieser Richtung", meinte er im Hinblick auf das Quartalsergebnis, das heute präsentiert wurde und das trotz höherer Umsätze auf Vorjahresniveau verharrte.

"Am Anfang haben wir einige Tage verloren, jetzt sind wir in einem Aufholprozess", so Eder. Aus jetziger Sicht rechnet er bis spätestens 5. Oktober mit der Wiederinbetriebnahme des Hochofens. Bis dahin stehen die Produktionskapazitäten nicht zur Verfügung.