VIG-Vorstandsvorsitzende Elisabeth Stadler korrigiert Prognose erneut nach oben 

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Wirtschaft
03/21/2019

Vienna Insurance hebt ihre Gewinnerwartungen deutlich an

Vorsteuer-Gewinn stieg im Vorjahr um 9,7 Prozent auf 485 Mio. Euro. Dividende soll von 90 Cent auf 1 Euro je Aktie klettern.

Die börsennotierte Vienna Insurance Group (VIG) hat 2018 den Vorsteuergewinn vor Steuern deutlich erhöht und schlägt eine höhere Dividende vor. Die Gewinnprognose für 2020 wird angehoben.

Der Gewinn vor Steuern stieg laut vorläufigen Zahlen um 9,7 Prozent auf 485,4 Mio. Euro, teilte die Versicherung am Donnerstag mit. Die verrechneten Konzernprämien wuchsen um 2,9 Prozent auf 9,66 Mrd. Euro.

Dividende von 0,90 auf 1 Euro

Der Vorstand werde aufgrund der sehr positiven Geschäftsentwicklung den Gremien erneut eine deutliche Erhöhung der Dividende - von 90 Cent auf 1 Euro pro Aktie - vorschlagen, so VIG-Chefin Elisabeth Stadler. Das bedeute im aktuellen Zinsumfeld eine attraktive Dividendenrendite von 4,9 Prozent. Die Ausschüttungsquote steigt auf 48,0 Prozent (2017: 38,7 Prozent).

Die VIG liege mit den vorläufigen Ergebnisse bei allen wichtigen Kennzahlen deutlich über ihren Prognosen, so Stadler. "Ich sehe damit den Anspruch, uns als stabilen und verlässlichen Partner zu positionieren, erneut konsequent bestätigt. Das gilt auch für unsere Fokussierung auf die Region Zentral- und Osteuropa, wo wir heute die führende Versicherungsgruppe sind."

Doppelt so stark wie Eurozone

Die Märkte, in denen die Vienna Insurance tätig ist, würden im Schnitt doppelt so stark wachsen die Staaten der Eurozone. "Wir wollen in diese Region weiter investieren und haben mit einer mehr als soliden Solvenzquote von 239 Prozent dafür die nötige finanzielle Basis", betonte Stadler.

Der Gewinnanstieg sei vor allem auf die für die Versicherungswirtschaft wichtige Kennzahl einer verbesserten "Combined Ratio" und die gute Entwicklung des Finanzergebnisses zurückzuführen. Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - verbesserte sich von 96,7 auf 96,0 Prozent.

Osteuropa stark, Verlust in Rumänien

Starke Gewinnzuwächse seien vor allem in den Segmenten Baltikum, Bulgarien, Tschechische Republik und Ungarn verzeichnet worden.

In Rumänien gab es einen Verlust von 74 Mio. Euro, was vor allem aus einer im zweiten Quartal 2018 durchgeführten Abschreibung von Firmenwerten in Höhe von 50,1 Mio. Euro sowie der Bildung von Vorsorgen für ein laufendes marktweites Wettbewerbsverfahren resultiert habe. Der Periodengewinn im Konzern sank wegen eines höheren Steueraufwands leicht um 1,2 Prozent auf 368 Mio. Euro.

Auf Grund der stringenten Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen des Managementprogramms "Agenda 2020" und der weiterhin positiven wirtschaftlichen Entwicklung der CEE-Region erwartet die VIG folgende Geschäftsentwicklung: Für 2019 werden ein Prämienvolumen von 9,9 Mrd. Euro und ein Vorsteuergewinn von 500 bis 520 Mio. Euro prognostiziert.

Für 2020 wird ein Prämienvolumen von 10,2 Mrd. Euro erwartet. Der Gewinn (vor Steuern) soll 2020 bei 530 bis 550 Mio. Euro liegen. Die VIG hebt damit ihre ursprünglich kommunizierte Gewinnprognose für 2020 von mehr als 500 Mio. Euro um bis zu 50 Mio. Euro an. Die Combined Ratio soll bis 2020 nachhaltig auf rund 95 Prozent verbessert werden.