┬ę APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft

US-Notenbank hebt Zinsen weiter an: Was macht die EZB?

Die Leitzinsen in den USA sind nun wieder so hoch wie vor der Finanzkrise 2008.

06/14/2018, 04:56 AM

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erh├Âht den Leitzins und will die Geldpolitik weiter straffen - nun r├╝ckt die Europ├Ąische Zentralbank (EZB) in den Fokus. An diesem Donnerstag (13.45 Uhr) verk├╝nden die Euro-W├Ąhrungsh├╝ter die Ergebnisse ihrer j├╝ngsten Beratungen.

Ausnahmsweise tagt der EZB-Rat nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern in der lettischen Hauptstadt Riga. Die Erwartungen sind gro├č: Anleger und Sparer hoffen auf konkrete Hinweise, wann die Geldflut im Euroraum endet.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte in der vergangenen Woche eine baldige Entscheidung ├╝ber die Zukunft des Anleihenkaufprogramms angedeutet. Der EZB-Rat werde bei seiner Sitzung in Riga "pr├╝fen m├╝ssen, ob die bisherigen Fortschritte ausreichen, um unsere Anleihenk├Ąufe schrittweise zur├╝ckzufahren", hatte Praet gesagt.

Konjunktur sch├╝tzen

Aktuell kauft die EZB pro Monat Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro. Damit will sie die Konjunktur st├╝tzen und die Inflation, die zeitweise bedenklich niedrig war, anheizen. Seit Beginn des Programms im M├Ąrz 2015 hat die Notenbank Wertpapiere im Gesamtwert von gut 2,4 Billionen Euro erworben. Die K├Ąufe laufen nach bisheriger Planung bis mindestens Ende September 2018.

W├Ąhrend Volkswirte im Euroraum fr├╝hestens Mitte 2019 eine erste Zinsanhebung ├╝ber das aktuelle Rekordtief von null Prozent hinaus erwarten, schreitet die Normalisierung der Geldpolitik in den USA voran. Die Notenbank erh├Âhte den Leitzins am Mittwoch erneut und deutete ein h├Âheres Tempo bei weiteren Schritten an. Der Schl├╝sselsatz, zu dem sich Banken gegenseitig kurzfristige Kredite geben, steigt um 0,25 Punkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent. So hoch waren die US-Zinsen zuletzt 2008, bevor die Finanzkrise begann.

F├╝r den weiteren Jahresverlauf wurden zwei weitere Zinsanhebungen signalisiert. Damit w├Ąren es 2018 insgesamt vier - eine mehr als bisher in Aussicht gestellt worden war. "Die US-Wirtschaft ist in gro├čartiger Verfassung", begr├╝ndete Fed-Chef Jerome Powell die Straffung der Z├╝gel vor der Presse. Er verwies insbesondere auf die gute Lage am Arbeitsmarkt und das starke Wachstum - hier hob die Notenbank auch ihre Prognosen f├╝r das laufende Jahr etwas an.

Antwort auf Trumps Politik

"Die Fed handelt, wie jede verantwortungsvolle Zentralbank bei steigender ├ťberhitzungsgefahr handeln muss", kommentierte ├ľkonom Friedrich Heinemann vom Zentrum f├╝r Europ├Ąische Wirtschaftsforschung die Entscheidungen der Notenbank. Die Zinserh├Âhungen seien auch eine Antwort auf die Politik von US-Pr├Ąsident Donald Trump, der den Boom mit massiven Steuersenkungen befeuere. "Hinzu kommt die Absage an offene M├Ąrkte", die zu steigenden Importpreisen f├╝hre. All dies werde die Fed k├╝nftig zu weiteren Zinserh├Âhungen zwingen.

Zu den Handelskonflikten, die Amerika unter Pr├Ąsident Trump mit seinen Partnern hat, wollte sich Powell nicht konkret ├Ąu├čern. Die Handelspolitik sei nicht Sache der Notenbank. Der Fed-Chef sagte dann aber doch noch, dass die Sorgen in der Wirtschaft offenbar zunehmen w├╝rden. "Derzeit sehen wir davon aber ├╝berhaupt nichts in den Daten." Der Zinsentscheid fiel einstimmig und kam nicht ├╝berraschend - an den Finanzm├Ąrkten war fest damit gerechnet worden.

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