Wirtschaft
06.04.2018

"Unreflektiertes Bashing": Industrie verteidigt Ölheizungen

Anreize seien besser als Verbote, sagt WKO-Spartengeschäftsführer Andreas Mörk. Alternativen seien für viele kaum leistbar.

Österreichs Industrie begrüßt den „ambitionierten Zugang“ der Regierung zum Klimaschutz und freut sich, dass die „große Leistung der energieintensiven Betriebe“ in der Klimastrategie berücksichtigt werde, sagte Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer, am Freitag. Allerdings enthalte der Regierungsplan „wenig Konkretes. Auch die Finanzierung ist weitgehend offen geblieben“, kritisierte Mörk. Er vertraut darauf, dass die Regierung noch Wirkungsstudien nachliefern wird.

Was dem Industrievertreter missfällt, ist ein „unreflektiertes Bashing von Ölheizungen“. Dadurch würde Innovation verhindert, viele Österreicher könnten sich Alternativen kurzfristig auch kaum leisten. Richtige Anreize und mehr Motivation seien hier besser als Verbote.

Energiegesetz neu

Beim Übergang vom jetzigen Ökostromgesetz zum künftigen Energiegesetz neu müssten die Förderungen effizienter und marktnäher gemacht werden, es sollte „weniger Klientelpolitik“ geben, wünscht sich Oliver Dworak, der Klima- und Energiefachmann der WKO. Explizite Kritik übte Mörk an der fortgeführten Förderung von Biogasanlagen. Diese hätten die versprochenen technologischen Fortschritte nicht eingehalten. 

Die geplanten Ausschreibungsmodelle sehe die Industrie insgesamt positiv, um von der „gießkannenartigen Einspeisetarifförderung“ wegzukommen. Gefördert werden solle die „beste Technologie“.

Die Industrie verzeichne einen Rückgang der Emissionen, jene im Verkehr und der Gebäude seien weiter gestiegen, so Mörk. Aus Sicht der Industrie ist Österreich auf Kurs, die Klimavorgaben für 2020 zu erfüllen. Bei den Zielen für 2030 trete man aber auf der Stelle.

Gute Konjunktur

Trotz des Handelsstreits und drohender Strafzölle bleibt die Industrie vorerst zuversichtlich: Der kräftige Produktionsanstieg 2017 konnte die Rückgänge der vier vorangegangenen Jahre wettmachen. Jeder zweite Fachverband der Bundessparte Industrie erwartet Zuwächse bei Produktion und Auftragsgängen, kein einziger einen Rückgang.