Wirtschaft
12/05/2011

Ungarn winken Gesetz zu Krediten in Franken durch

Trotz Protesten aus Österreich verabschiedete das ungarische Parlament das Gesetz zu Fremdwährungskrediten.

Das ungarische Parlament hat am Montagabend das umstrittene Gesetz zur vorzeitigen Tilgung von Fremdwährungskrediten verabschiedet: Es sieht vor, dass eine vorzeitige Tilgung von hypothekarischen Fremdwährungskrediten zu einem festgelegten Wechselkurs möglich ist, der deutlich günstiger ist als jener auf den Finanzmärkten. Im Sinne des neuen Gesetzes können Inhaber von Fremdwährungskrediten ihre Kredite auf einmal zum Kurs von 180 Forint je Schweizer Franken und 250 Forint je Euro tilgen.

Bis Ende diesen Jahres können betroffene ungarische Häuselbauer ihre Absicht der einmaligen Rückzahlung ankündigen, die dann innerhalb von 60 Tagen erfolgen muss. Fraglich ist, wie viele Ungarn sich eine Kredittilgung auf einen Schlag leisten können. Schätzungen reichen von 150.000 bis 450.000.

Österreich hat das Gesetz im Vorfeld als "Bruch der Rechtssicherheit" scharf kritisiert. Denn zum finanziellen Handkuss kommen die kreditgebenden Banken, aus Österreich vor allem Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI). Rund 1,3 Millionen Ungarn haben Fremdwährungskredite laufen, vor allem in Franken. Die Erste Group hat umgerechnet drei Milliarden Euro in Franken an ungarische Privathaushalte verliehen, bei der RBI sind es 1,6 Milliarden Euro.

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