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Wirtschaft
10/30/2012

UBS: 10.000 Mitarbeiter müssen gehen

Bei der Schweizer Großbank muss innerhalb der nächsten drei Jahre jeder sechste Mitarbeiter gehen.

Wie berichtet, verkleinert die Großbank UBS ihr Investmentbanking und baut in den kommenden drei Jahren knapp 10.000 Stellen ab. Damit will die größte Schweizer Bank ihre Kosten um 3,4 Milliarden Franken (2,8 Milliarden Euro) senken, wie sie am Dienstag mitteilte. Das Geschäft mit Anleihen und Zinsprodukten will UBS aufgeben, um die Bilanzrisiken zu reduzieren. Das Investmentbanking wird sich in Zukunft auf Aktien, Devisen und Edelmetalle sowie Beratung konzentrieren.

Insgesamt beschäftigt UBS derzeit rund 63.750 Personen. Der Umbau im Investmentbanking hat Abschreibungen von 3,1 Milliarden Franken zur Folge. Das führt zu einem Konzernverlust von 2,2 Milliarden Franken im dritten Quartal nach einem Gewinn von einer Milliarde ein Jahr zuvor. Auch im vierten Quartal rechnet die Bank mit einem Verlust.

Ohne die Sonderfaktoren hätte der Gewinn in allen Geschäftsbereichen zugenommen, teilte die Bank weiter mit.

Ex-UBS-Händler: Ließ mich von Kollegen beeinflussen

Neue Entwicklungen gibt es auch im UBS-Skandal: Der im Zusammenhang mit einem Milliardenverlust der Großbank angeklagte frühere Wertpapierhändler Kweku Adoboli hat sich nach seinen Worten bei der Wahl seiner am Ende verlustreichen Handelsstrategie von Kollegen und auch vom Chef des UBS-Investmentbanking beeinflussen lassen. Im Mai und Juni des letzten Jahres habe er im Handel mit börsennotierten Indexfonds (ETF) auf fallende Kurse gesetzt, erklärte der 32 Jahre alte Händler vor Gericht.

Kollegen hätten ihn wegen seiner Vorsicht verspottet, und er habe dann am 1. Juli die Strategie umgestellt und auf steigende Märkte spekuliert. Als die Märkte später einbrachen, sei es zu dem Mitte September zutage getretenen Handelsverlust von 2,3 Mrd. Dollar (aktuell 1,8 Mrd. Euro) gekommen.

Wenn er bei seinen ursprünglichen Handelspositionen geblieben wäre, hätte er anstelle der Verluste einen Gewinn für die Bank eingefahren, erklärte er vor den Geschworenen des Londoner Southwark Crown Court. Unter den Personen, die bei ihm einen Sinneswandel ausgelöst hätten, war nach seinen Worten auch der Chef des UBS-Investmentbanking, Carsten Kengeter. Der habe die ETF-Handelsabteilung am 12. Juli besucht und bei dieser Gelegenheit erklärt, er rechne mit steigenden Märkten. Als einfacher Händler habe er die Worte seines obersten Chefs nicht ignorieren können, sagte Adoboli.

Adoboli wird Betrug in zwei Fällen und Urkundenfälschung in vier Fällen vorgeworfen. Er plädiert auf nicht schuldig. Nach Ansicht der Anklage war er ein waghalsiger Zocker, der aus Ehrgeiz - und weil er auf hohe Erfolgsprämien scharf war - unerlaubt Risiken einging. Mittels fiktiver Buchungen und Konten habe er eine "Betrugspyramide" aufgebaut. Nach Ansicht seiner Verteidiger konnte Adoboli mit der stillschweigenden Duldung seiner Vorgesetzten rechnen, solange er Gewinne machte. Die internen Kontrollen seien zu lax gewesen und die Computersysteme hätten nicht immer richtig funktioniert.

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