Viele Händler haben noch keine adäquate Zukunftsstrategie.

© KURIER/Gerhard Deutsch

Statistik Austria
06/11/2015

Trend zum Teilzeitjob hält weiter an

Fast die Hälfte der Frauen arbeitet bereits Teilzeit. Bei den Männern herrscht diesbezüglich Stagnation.

Die Teilzeitarbeit bei Frauen boomt weiter. Im ersten Quartal 2015 arbeitete fast die Hälfte der Frauen Teilzeit, wie die Statistik Austria vermeldete. Das ist eine Quote von 48 Prozent, im Vergleich dazu liegt diese bei den Männern bei 11,2 Prozent. Unabhängig vom Geschlecht ist somit jeder vierter ein Teilzeit-Job.

Der Zuwachs ging auf Kosten der Vollzeit - vor allem im Handel, wo 25.100 mehr Teilzeitjobs, aber 25.500 weniger Vollzeitjobs verzeichnet wurden.

Frauensache

Dass Teilzeit vor allem Frauensache ist, zeigen auch folgende Zahlen: Die Zahl der erwerbstätigen Männer in Teilzeit blieb mit 241.200 nahezu unverändert. Dafür stieg die Zahl der männlichen Vollzeiterwerbstätigen um 23.500.

Weiteres interessantes Detail: Die Zahl der Erwerbstätigen stieg zwar um 25.700 Personen, der überwiegende Teil davon - nämlich 23.400 - hat nur einen Teilzeitjob bekommen oder angenommen.

Mehr (kleine) Jobs

In diesem Zusammenhang sind auch die Arbeitslosenzahlen (nach internationaler Definition) im ersten Quartal 2015 zu sehen: Diese gingen leicht auf 251.000 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote fiel leicht von 6 auf 5,8 Prozent. Dabei gab es bei den Männern einen leichten Anstieg von 6,1 auf 6,3 Prozent, bei den Frauen einen Rückgang von 5,8 Prozent auf 5,3 Prozent - nicht zuletzt ein Effekt des Teilzeitbooms.

Wirtschaftsbund: "Teilzeit kein Zwang"

Die Gewerkschaft fordert angesichts der steigenden Teilzeitquoten von Frauen mehr Vollzeitarbeitsplätze. Der Ausbau von Kindergärten und Ganztagsschulen wäre ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit von Männern und Frauen und die beste Möglichkeit, um Frauen ein Einkommen zu sichern, von dem sie auch leben könnten, sagte ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl.

Teilzeitarbeit verhindere nicht nur Karrieren, sondern führe auch zu niedrigen Pensionen und zu Altersarmut. "Solange diese Probleme und Ungerechtigkeiten nicht gelöst sind, ist jede Forderung nach einer Anhebung des Frauenantrittsalters für uns indiskutabel und wird es mit uns nicht geben", sagte Anderl.

Der Wirtschaftsbund betont, dass Teilzeit kein Zwang ist. Die Vorsitzende von "Frau in der Wirtschaft im Wirtschaftsbund", Adelheid Moretti, betonte: "Teilzeitarbeit ist nicht mit Zwang verbunden so wie es gerne vom ÖGB suggeriert wird." Viele Frauen wählten bewusst den Weg in die Teilzeitarbeit, um so Familien- und Berufsleben besser miteinander vereinbaren zu können. "Jeder hat eine andere Lebensrealität, das muss auch der ÖGB akzeptieren."

Nicht nachvollziehbar sei die vehemente Ablehnung der Gewerkschaft bezüglich Angleichung des Frauenpensionsalters. Mit einer Angleichung "wäre den Frauen geholfen, denn durch den frühzeitigen Pensionseintritt sind sie oftmals beim Lebenseinkommen und der Karriereentwicklung benachteiligt."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.