Wirtschaft
15.03.2018

Toys'R'Us schließt US-Filialen: 30.000 Mitarbeiter betroffen

Der Spielwarenhändler ist insolvent und fand keinen Käufer.

Der einst weltgrößte Spielzeughändler Toys'R'Us macht sämtliche Filialen auf dem Heimatmarkt USA dicht. "Das ist ein zutiefst trauriger Tag für uns und die Millionen von Kindern und Familien, denen wir in den letzten 70 Jahren gedient haben", sagte der Chef des insolventen Unternehmens, Dave Brandon. "Aber wir haben nicht länger die finanzielle Unterstützung, um unser US-Geschäft fortzuführen." Eine Einigung mit den Gläubigern zur Umschuldung sei gescheitert.

Die Einzelhandelskette mit ihren 735 US-Filialen, die etwa 30.000 Mitarbeiter beschäftigen, hatte vor sechs Monaten Insolvenz angemeldet. Die Schulden summieren sich auf einen Milliardenbetrag. Vor allem die Konkurrenz von Onlinehändlern wie Amazon hat dem Unternehmen zugesetzt.

Die Schließung ist auch ein Schlag für Hunderte von Spielzeugherstellern - darunter Barbie-Hersteller Mattel und Hasbro, die etwa zehn Prozent ihres Umsatzes über die Kette erlösten. Derzeit laufen Gespräche mit Interessenten, bis zu 200 der am besten laufenden US-Geschäfte mit den kanadischen Filialen zusammenzuführen.

Deutschland fürchtet Auswirkungen

Alarmiert sind auch die Beschäftigten der deutschen Tochtergesellschaft. "Die Nachrichten aus den USA verstärken unsere Sorge, dass die Krise der Muttergesellschaft auch Folgen für die deutschen Standorte hat", sagte die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Toys'R'Us Deutschland, Daniela Rogge, der "WirtschaftsWoche". Die Mitarbeiter möchten wissen, wie es weitergeht. "Doch bisher gibt es dazu keine konkreten Informationen", sagte Rogge. Toys'R'Us zählt eigenen Angaben nach 66 Märkte in Deutschland. Dort sollen etwa 1.800 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Die Bemühungen um eine Rettung von Toys'R'Us in den Vereinigten Staaten wurden in diesem Monat abgebrochen, nachdem die Kreditgeber einen klaren Plan für einen Umbau vermisst hatten, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen zu Reuters sagten. Demnach gehen die Gläubiger davon aus, durch Schließung und Verkauf vorhandener Waren mehr Geld zu erlösen als durch eine Fortführung der Geschäfte.