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Nach drei Quartalen
11/06/2014

Tiefer Ölpreis vermiest OMV das Geschäft

Gewinneinbruch bei Ölkonzern. Laut OPEC steigt weltweiter Energiebedarf bis 2040 um 60 Prozent.

Mit 100 Dollar je Fass Öl oder mehr hatte der heimische Öl- und Gaskonzern sein Geschäftsjahr 2014 kalkuliert. In den vergangenen Monaten aber sank der Ölpreis weit unter diese Marke.

Das ist der Hauptgrund dafür, dass die OMV in den ersten drei Quartalen dieses Jahres operativ um 41 Prozent weniger verdiente als im Vorjahreszeitraum. Auf knapp 1,5 Milliarden Euro belief sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, der Umsatz fiel gar um zwölf Prozent auf 28,3 Milliarden Euro. Börsehändler ließen sich von diesem Gewinnrückgang allerdings nicht erschrecken. Sie hatten nämlich Schlimmeres erwartet. Vor allem im Bereich Raffinerie und Marketing hat die OMV besser verdient.

„Leider ist das der Bereich, den der Konzern deutlich reduziert hat“, sagen Analysten. Die OMV-Aktie reagierte auf die Veröffentlichung der Zahlen jedenfalls mit leichten Gewinnen.

OMV-Chef Gerhard Roiss muss wegen des niedrigen Ölpreises allerdings die Wachstumspläne kürzen. „Der Plan 2016 rund 400.000 Fass Öl pro Tag zu produzieren, könnte verschoben werden.“ Auch die Investitionen dürften unter die geplanten 3,9 Milliarden Euro pro Jahr sinken.

Kohle, Gas und Öl bleiben wichtigste Energiequellen

Der weltweite Energiebedarf wir nach Berechnungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bis zum Jahr 2040 um 60 Prozent steigen - nicht zuletzt wegen des erwarteten Anstiegs der Weltbevölkerung von derzeit knapp 7,3 Milliarden auf dann fast 9 Milliarden Menschen. Kohle, Gas und Erdöl werden auch in einigen Jahrzehnten noch den Großteil des Energiebedarfs decken.

Auch in einigen Jahrzehnten werden Kohle, Erdgas und Erdöl noch immer die mit Abstand wichtigsten Energiequellen der Menschheit sein, sind die OPEC-Ökonomen sicher. Demnach wird im Jahr 2040 Öl noch 24,3 Prozent des Primärenergiebedarfs decken (derzeit knapp 32 Prozent), Kohle wird 27,1 Prozent der Energie liefern (2010: 28,2 Prozent) und Erdgas 27,0 Prozent (2010: 21,5 Prozent). Die Bedeutung der anderen Energieträger wie Atomkraft, Wasserkraft und Biomasse wird sich kaum ändern, glauben die Öl- und Gasförderländer.

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerungszunahme wird nach Einschätzung der OPEC von den Entwicklungsländern kommen, und Indien wird voraussichtlich im Jahr 2028 China als bevölkerungsreichstes Land der Welt ablösen. 2040 dürften 60 Prozent aller Menschen in Städten leben. Nach Einschätzung der UNO werden bis dahin rund 80 Millionen Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern in die entwickelten Industriestaaten einwandern.

Die Wachstum der Weltwirtschaft soll sich in den nächsten Jahren beschleunigen: Im kommenden Jahr auf 3,4 Prozent und bis zum Ende des Jahrzehnts auf 3,8 Prozent, jeweils nach Kaufkraft-Paritäten auf Basis von 2005 berechnet. Bis 2040 soll die Weltwirtschaft im Durchschnitt um 3,5 Prozent pro Jahr wachsen und dann mehr als eineinhalb Mal so groß sein wie jetzt. Die OPEC-Ökonomen gehen davon aus, dass die Volkswirtschaften der Entwicklungsländer doppelt so schnell wachsen werden wie jene der OECD-Staaten. Nordamerika wird 2040 immer noch das höchste BIP pro Kopf haben, während Afrika und viele asiatische Länder - außer China und Indien - in der Armutsfalle gefangen bleiben.

Chinas Wirtschaft wird 2040 größer sein als jene Europas, Nordamerikas oder der OECD-Länder Asiens und Ozeaniens. Indiens Wirtschaftsleistung wird an jene Europas heranreichen.

Pkw-Flotte wird verdoppeln

Nach Ansicht der Organisation Erdöl exportierender Länder wird sich die weltweite Pkw-Flotte bis 2040 auf 2,1 Mrd. Autos mehr als verdoppeln und mit Benzin oder Diesel betriebene Verbrennungsmotoren werden noch immer dominieren: Heute haben 97 Prozent aller Pkw Verbrennungsmotoren, 2040 sollen es immer noch 92 Prozent sein. Der Diesel-Anteil soll sich bis dahin von 14 auf 21 Prozent erhöhen.

In ihrem Basisszenario geht die OPEC von einem konstanten nominellen Ölpreis von 110 Dollar pro Barrel bis zu Ende dieses Jahrzehnts aus. Danach soll der Preis bis 2035 bei (inflationsbereinigt) 100 Dollar liegen und bis 2040 auf 102 Dollar steigen. Die nominellen Preise sollen bei 124 Dollar (2025) und 177 Dollar (2040) liegen. "Es handelt sich dabei um Annahmen und soll nicht als gewünschter oder angepeilter Preis betrachtet werden", heißt es im "World Oil Outlook" der OPEC.

Die weltweite Öl-Nachfrage soll mittelfristig (bis 2019) jedes Jahr um 1 Million Fass pro Tag (mb/d) steigen und dann 96 Millionen Fass pro Tag betragen. Die Nachfrage aus den OECD-Ländern - die 2005 ihren Höhepunkt erreicht habe - werde auf 45,2 mb/d zurückgehen (2013: 45,9 mb/d). Schon in der zweiten Hälfte 2014 wird nach OPEC-Erwartungen die Ölnachfrage in Nicht-OECD-Ländern größer sein als jene der OECD.

Im Jahr 2040 soll der weltweite Ölbedarf 111 Millionen Barrel pro Tag betragen. Um diesen Bedarf zu decken, wird man bis dahin 10 Billionen Dollar (8.000 Milliarden Euro) investieren müssen.

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