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America Movil
11/06/2014

Telekom-Kapitalerhöhung: Slim will mitziehen

Der Telekom-Aufsichtsrat solle am Freitag finales grünes Licht für die Transaktion geben.

Der mexikanische Telekom-Austria-Mehrheitseigentümer America Movil will bei der geplanten milliardenschweren Kapitalerhöhung voll mitziehen. "Wir haben fest vor, jenen Anteil zu zeichnen, der unserem Aktienanteil entspricht", erklärte America-Movil-Finanzchef Carlos Garcia Moreno am Donnerstag in einer E-Mail an Reuters.

Der Konzern des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim hält 59,7 Prozent an der Telekom. Auch der staatliche Großaktionär ÖIAG - mit 28,4 Prozent zweitgrößter Aktionär - hatte angekündigt, seine Bezugsrechte voll auszuüben.

Der Telekom-Aufsichtsrat solle am Freitag finales grünes Licht für die Transaktion geben, sagten drei mit der Situation vertraute Personen zu Reuters. Auch am Aktienmarkt wird der Startschuss für die Kapitalerhöhung laut APA-Informationen für morgen, Freitag, erwartet. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher sagte, der Konzern habe bereits eine Kapitalerhöhung für das laufende Jahr in Aussicht gestellt.

Der größte Teil der eine Milliarde Euro schweren Transaktion wird von den Großaktionären gestemmt, die gemeinsam gut 88 Prozent der Anteile halten. Zuvor war spekuliert worden, Slim könnte bei dem seit Monaten geplanten Schritt nicht komplett mitziehen. Er hatte angekündigt, längerfristig lediglich eine knappe Mehrheit an der Telekom halten zu wollen.

Begleitet wird die Kapitalerhöhung von Deutscher Bank, Citi, Raiffeisen, Erste Group und Bank Austria. Mit dem Geld will der Konzern seine dünne Kapitaldecke aufpolstern und sich den nötigen Spielraum für weitere Zukäufe in Europa und den geplanten Infrastrukturausbau schaffen.

Gewinneinbruch

Vor zwei Wochen hatte Mehrheitseigentümer America Movil einen Gewinneinbruch für das dritte Quartal gemeldet (mehr dazu hier). Wegen höherer Steuern und Wechselkursverlusten schrumpfte der Gewinn im Jahresvergleich um 38 Prozent auf umgerechnet rund 590 Millionen Euro. Nicht viel besser erging es der Telekom selbst, die für die ersten neun Monate einen Verlust von 190 Millionen Euro bekannt gab. Im dritten Quartal stieg der Jahresüberschuss aber auf 127,8 Millionen Euro. Der Dividendenvorschlag von 5 Cent je Aktie wurde aufrechterhalten.

Aufsichtsratschef der teilstaatlichen Telekom Austria ist ÖIAG-Chef Rudolf Kemler, sein Vertrag als Alleinvorstand der Staatsholding wurde allerdings nicht verlängert (mehr dazu hier) und läuft mit 31. Oktober 2015 aus. Kemler war mangelndes Leadership bei der OMV vorgeworfen worden, nachdem Streitigkeiten im Vorstand an die Öffentlichkeit gelangt waren. Die Telekom-Belegschaftsvertreter werfen Kemler wiederum vor, den Konzern an die mexikanische America Movil von Carlos Slim verschleudert zu haben.

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