Teilzeitkräften entgehen bis zu 150 Mio. Euro Gehalt pro Jahr
Die Gewerkschaft der Privatangestellten ( GPA) nimmt die heimischen Handelsunternehmen künftig genauer unter die Lupe. Denn kaum ein Unternehmen der Branche – kritisiert GPA-Vize Karl Proyer – zahlt den Teilzeitbeschäftigten für Mehrstunden den dafür vorgesehenen Zuschlag von 25 Prozent. Dieser Zuschlag – der ab der ersten "Überstunde" anfällt – kann nur dann entfallen, wenn die Mehrstunden innerhalb eines vertraglich vereinbarten Durchrechnungszeitraums in Freizeit abgegolten werden.
Proyer: "Das wäre der legale Weg. Sehr oft wird aber rückwirkend die Kernvereinbarung über die Arbeitszeit geändert und die Zuschläge werden nicht bezahlt." Auf diese Weise werden den Beschäftigten laut GPA-Berechnung "75 bis 150 Millionen Euro" pro Jahr vorenthalten.
Die Sünder-Liste zieht sich laut Proyer quer durch alle Sparten und Unternehmens-Größen: "Das sind nicht ein paar schwarze Schafe. Sie würden sich wundern, welche Unternehmen solche Praktiken anwenden."
Durch Einschaltung der Gebietskrankenkasse – die die Sozialversicherungsbeiträge für die nicht bezahlten Mehrstunden nachfordern kann – soll der Druck auf die Unternehmen erhöht werden. Eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs wäre eine weitere Möglichkeit.
Metaller-Lohnrunde
Um mehr Geld geht es ab Donnerstag auch für die insgesamt knapp 180.000 Beschäftigten der Metallbranchen. Mit der Übergabe der Forderungen an den Fachverband Maschinen- und Metallwaren fällt der Startschuss für vorerst 119.000 Beschäftigte. GPA-Chef Wolfgang Katzian – die GPA verhandelt gemeinsam mit der Metallergewerkschaft ProGe – drängt auf eine "ordentliche Lohnerhöhung." Eine konkrete Prozentforderung nennt die Gewerkschaft traditionell nicht.
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