Tausende Griechen protestieren gegen Sparpläne

30.000 Beamte müssen um ihre Arbeitsplätze zittern. Junge Randalierer mischten sich unter die Demonstranten und warfen Steine, die Polizei antwortete mit Tränengas.

Schuldenkrise und kein Ende: Während die Troika aktuell in Athen neue Einsparmöglichkeiten sucht, um den griechischen Staatshaushalt zu entlasten, gehen die Griechen genau gegen diese Sparpläne auf die Straße. Am Mittwoch strömten rund 10.000 Griechen auf den Syntagma-Platz vor dem Parlament, wo die Abgeordneten gerade über eine Volksabstimmung zur Schuldenkrise berieten. "Wir wollen das Ende dieser Regierung. Sie haben uns getäuscht", kritisierte etwa der Protest-Teilnehmer Sotiris Pelekanos. "Sie haben versprochen, Reiche zu besteuern und den Armen zu helfen. Doch das ist nicht geschehen." Vor allem Staatsbedienstete gingen am Mittwoch auf die Straße: Staatliche Schulen blieben geschlossen, Spitäler hielten nur einen Notbetrieb aufrecht, Züge standen still. Polizei, Feuerwehr und Küstenwache wollten sich ebenfalls an den Protesten beteiligen, auch die Fluglotsen streikten. Rund 400 Flüge (auch zwischen Wien und Athen) fielen aus. Junge Randalierer mischten sich unter die Demonstranten und warfen Steine, die Polizei antwortete mit Tränengas. Der Großteil protestierte aber friedlich. Der Ärger der Demonstranten richtet sich vor allem gegen die neuen Sparpläne... ... 30.000 Beamte will die Regierung in eine Art Arbeitsreserve schicken, der Lohn wird um 40 Prozent gekürzt. Kündigungen sollen folgen. Jeder fünfte Grieche arbeitet im öffentlichen Dienst, die Arbeitsverhältnisse sind durch die Verfassung geschützt. Neue Proteste sind indes bereits fix: Für den 19. Oktober ist ein landesweiter Generalstreik geplant.

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(KURIER) Erstellt am
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