Großdemo gegen Massentierhal­tung

GERMANY AGRICULTURE
Foto: APA/Marc Tirl Protestaktion in Berlin im Rahmen der Grünen Woche.

Rund 25.000 Menschen forderten vor dem Kanzleramt die Abkehr von der industriellen Landwirtschaft.

Tausende Menschen haben während der Grünen Woche in Berlin für eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren zogen rund 25.000 Menschen am Samstag vor das Bundeskanzleramt. Die Polizei nannte keine Teilnehmerzahl.

Wie in den Vorjahren protestierten die Demonstranten unter anderem gegen Massentierhaltung, Pestizideinsätze auf Feldern und einen wachsenden Preisdruck auf Kleinbauern. Der BUND rief dazu auf, sich nicht von der Grünen Woche blenden zu lassen. "Hinter dem schönen Schein der Messestände verbirgt sich millionenfaches Tierleid."

Großer Andrang

GERMANY GREEN WEEK Foto: APA/STEPHANIE PILICK Auch ausgestellt: 2500 Sorten Bier Auf der weltgrößten Agrarmesse begrüßten die Veranstalter am Sonntagmittag die 100.000. Besucherin. Damit zeichnete sich am ersten Messe-Wochenende ein ähnlich großer Andrang wie im Vorjahr ab, wie Sprecher Wolfgang Rogall sagte.

Bis zum nächsten Sonntag (27. Jänner) werden insgesamt mehr als 400.000 Besucher erwartet. "Das ist der übliche starke Auftakt", sagte Rogall am dritten Messetag in den Hallen am Funkturm. "Die Besucher naschen sich hier durch die Länder."

Existensbedrohend

Der Vorsitzende des deutschen Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, forderte unterdessen vor dem Kanzleramt neue Weichenstellungen in der Agrarpolitik. Bauern- und kirchliche Hilfswerke kritisierten, die Liberalisierung der Agrarmärkte bedrohe bäuerliche Betriebe und die Existenz vieler Bauernfamilien in den armen Ländern. Neben Umwelt-, Tier- und Verbraucherschützern waren auch zahlreiche Landwirte zu der Demonstration gekommen. Rund 70 Traktoren fuhren durch die Hauptstadt.

"Abwegig"

GERMANY GREEN WEEK Foto: APA/WOLFGANG KUMM Amtskollegen Aigner und Berlakovich Die deutsche Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) wies die Kritik der Demonstranten als "abwegig" zurück. Wer eine Agrarwende fordert, muss sehen, was Deutschland hier schon geleistet hat: Wir sind bei der Ökologisierung der Landwirtschaft weiter als die meisten Staaten Europas." Bei einer Konferenz am Rande der Grünen Woche sprach sich Aigner mit Regierungsvertretern aus rund 80 Ländern dafür aus, mehr in die Landwirtschaft in Entwicklungsländern zu investieren.

(APA / sho) Erstellt am
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