Wirtschaft
09.12.2011

TA: Pecik will vier Aufsichtsratssitze

Der österreichische Investor Ronny Pecik möchte bei der Telekom in Zukunft kräftig mitmischen. Seine Beteiligung wird er auf 20% erhöhen.

Der österreichische Investor Ronny Pecik, der mit finanzieller Hilfe des ägyptischen Telekom-Unternehmers Sawiris mit über einer halben Milliarde Euro zu gut 15 Prozent bei der Telekom Austria (TA) eingestiegen ist, möchte bei dem Unternehmen in Zukunft kräftig mitmischen - auch was das Spitzenmanagement betrifft.

In Summe fordert Pecik vier Sitze im derzeit achtköpfigen TA-Aufsichtsrat und auch einen Platz im AR-Präsidium. Den TA-Vorstand will er "auf drei bis vier Köpfe" ausweiten, sagte er zur Presse von Samstag: "Zwei Vorstände sind zu wenig für einen Konzern dieser Größe." Noch vor Weihnachten werde Pecik melden, dass er schon 20 Prozent an der TA halte, so die Zeitung. 28,42 Prozent hält die Staatsholding ÖIAG.

Außertourliche Hauptversammlung

Falsche Bescheidenheit lässt Pecik nicht walten, womit Konflikte mit der ÖIAG vorprogrammiert scheinen. Noch vor der für 23. Mai geplanten ordentlichen Aktionärsversammlung will er eine außertourliche Hauptversammlung einberufen, um die personellen Wünsche in die Wege zu leiten, heißt es in dem Bericht. An der Spitze des TA-Aufsichtsrates sitzt ÖIAG-Chef Markus Beyrer, mit dem er sich vor zwei Wochen getroffen hat. Pecik bezeichnet das Gespräch mit Beyrer als "sehr professionell". Auch mit dem Telekom-Betriebsrat hat er sich getroffen, laut Pecik war das "ein dreistündiges, sehr konstruktives Treffen". In der TA wolle er "unternehmerische Verantwortung übernehmen", betont der Investor.

Er gehe davon aus, dass schon bald eine Ausschreibung für weitere Vorstände erfolgen werde, "und da erwarte ich mir, dass ich bei der Entscheidung mit eingezogen werde", zitiert die Presse den Investor. "Es gibt Kandidaten", sagt er, "die Namen werden demnächst genannt." Unzufrieden soll Pecik mit Finanzvorstand Hans Tschuden sein, heißt es, dies lasse sich - so die Zeitung - aus seiner Kritik an der von Tschuden verantworteten Dividendenpolitik ablesen. Pecik bezeichnet die Ausschüttungen als "zu hoch", man müsse "eine Dividendenkürzung ins Auge fassen".