Suzuki will sich von VW trennen
Volkswagen muss auf dem Weg an die Weltmarktspitze einen empfindlichen Rückschlag einstecken: Die Partnerschaft mit dem japanischen Kleinwagenspezialisten
Suzuki, von dem sich die Wolfsburger Anschub auf dem wichtigen Zukunftsmarkt Indien erhofft hatten, steht nach monatelangen Misstönen vor dem Aus.
Suzuki forderte Europas größten Autobauer am Montag auf, seine Anteile an dem japanischen Unternehmen zu verkaufen. Zuvor hatte Volkswagen den Japanern vorgeworfen, den Kooperationsvertrag gebrochen zu haben. Suzuki habe unzulässigerweise Dieselmotoren von Fiat bezogen. Der deutsche Konzern setzte seinem Partner daraufhin eine mehrwöchige Frist, um "diesen Sachverhalt zu korrigieren".
"Für
VW wäre ein Bruch mit Suzuki schlecht", sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. "Denn VW hat trotz vieler Marken bisher keine wirkliche Kompetenz im schnell wachsenden Billigautosegment." VW verliere durch den Streit wichtige Zeit und Marktanteile in Schwellenländern, so Dudenhöffer.
Differenzen
Volkswagen ist seit Dezember 2009 mit knapp 20 Prozent an Suzuki beteiligt; die Japaner halten umgekehrt 1,5 Prozent an dem Wolfsburger Konzern. Die Partnerschaft stand jedoch wegen kultureller Unterschiede von Anfang an unter keinem guten Stern. Geplante Projekte zur gemeinsamen Entwicklung von Kleinwagen kamen nicht zustande. Stattdessen häuften sich gegenseitige Vorwürfe. Zuletzt beschwerte sich Suzuki über eine zu starke Einflussnahme der Deutschen und stellte die Partnerschaft grundsätzlich infrage. Der akquisitionsfreudige Wolfsburger Konzern, der erklärtermaßen bis spätestens 2018 an die Weltmarktspitze aufsteigen will, hatte Suzuki bereits als weitere Marke in seinem Riesenreich gesehen.
Suzuki beharrt dagegen auf seine Selbstständigkeit und betonte dies zuletzt immer deutlicher. Am Montag machten die Japaner schließlich klar, wenn
VW seine Anteile verkaufe, seien sie im Gegenzug bereit, sich ebenfalls von ihrer Beteiligung zu trennen. Erst ohne Kapitalverflechtung sei eine gleichberechtigte Partnerschaft möglich.
VW hält die Beteiligung dennoch weiter für ein attraktives Investment. "Wir wollen unsere Anteile nicht verkaufen", bekräftigte ein VW-Sprecher. Man halte an der Zusammenarbeit fest.
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