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Wirtschaft
05/14/2020

Studie: Öffnung ist für Gastronomie nur geringe Erleichterung

Laut Regioplan gehen weiter 52 Mio. Euro Umsatz verloren - pro Tag. Unterdessen droht jedem dritten Hotellier die Pleite.

Die Wiedereröffnung der Gastronomiebetriebe unter Auflagen bringt nur eine vergleichsweise geringe Erleichterung.

Der tägliche österreichweite Umsatzverlust beträgt in den nächsten Wochen etwa 52 Millionen Euro pro Tag, rechnet der Standortberater Regioplan vor. Dem gegenüber stehen 67 Millionen Euro Verlust pro Tag vor den ab Freitag geltenden Lockerungen.

Insgesamt fast vier Milliarden

Seit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen und der behördlichen Maßnahmen Mitte März habe die heimische Gastronomie einen Umsatzverlust von 3,8 Mrd. Euro erlitten. Von diesem Gesamtwert entfielen etwa 63 Prozent auf die Ausgaben von Touristen.

Die abrupte Beendigung der Wintersaison, aber auch die normalerweise im Mai deutlich ansteigenden Ausgaben der Städte- und Kongresstouristen würden besonders fehlen.

Vor allem urbanen Gastronomiebetriebe war es während des Lockdowns durch die Coronavirus-Pandemie vorbehalten, über Take-Away- und Lieferservice-Angebote zumindest einen Teil des Umsatzentgangs zu kompensieren. Dies habe aber nur selten über 20 Prozent eines "normalen" Umsatzes eingebracht, wie Regioplan bezifferte.

Von der Pleite bedroht

Für einem drohenden Verlust für das Gesamtjahr 2020 von 7,5 Milliarden Euro in der Hotellerie und Gastronomie geht unterdessen eine Studie der Wirtschaftskammer Österreich aus, aus der das Nachrichtenmagazin News zitiert.

Zu der wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendeten Wintersaison komme erschwerend der Ausfall ausländischer Gäste wegen der Reisebeschränkungen sowie wegen der geringen Auslastung ein absehbarer Preisverfall von 12 bis 18 Prozent in der Sommersaison, wird Tourismus-Experte Thomas Reisenzahn zitiert.

Rund ein Viertel der Hotels werde heuer gar nicht aufsperren, weil es sich nicht rentiert. 85 Prozent der Betriebe dürften heuer in die Verlustzone rutschen. "Ein Drittel der Betriebe hat aufgrund der coronabedingten Schließungen so massive Probleme, dass sie von der Pleite bedroht sind", befürchtet Reisenzahn.