Wirtschaft
05.12.2011

Studie: Mit D-Mark gäbe es weniger Wohlstand

Deutschland stünde ohne Gemeinschaftswährung schlechter da, so das Fazit der deutschen KfW-Bank. Auch die Euro-Rettung lohne sich.

Für Skeptiker der Gemeinschaftswährung und D-Mark-Nostalgiker ein Stich ins Herz: Der Euro habe Deutschland in den vergangenen beiden Jahren einen Wohlstandsgewinn von 50 bis 60 Mrd. Euro gebracht. Dieses Urteil fällt zumindest die deutsche Bankengruppe KfW.

"Um diesen Betrag wäre die wirtschaftliche Leistung weniger gestiegen, wenn wir die D-Mark gehabt hätten", sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch der Frankfurter Rundschau am Donnerstag.

Die Summe hat das Institut in einer Studie zum Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung mit und ohne Euro ermittelt. Irschs Fazit: "Die Euro-Rettung lohnt sich, nicht nur für Deutschland, sondern für jedes einzelne Mitgliedsland der Euro-Zone."

So profitiere die Exportwirtschaft davon, dass der Euro weniger aufwerte als die D-Mark. Zudem wären die Zinsen in den vergangenen beiden Jahren höher gewesen, wären sie allein von der Bundesbank mit Blick auf die deutsche Situation festgelegt worden. "Auch das hätte uns Wachstum gekostet", betonte Irsch.

Vorteile sieht der KfW-Ökonom auch unter Berücksichtigung der Hilfspakete. Es sei eindeutig "kostengünstiger, die konditionierten Rettungsmaßnahmen fortzusetzen sowie die Institutionen der Währungsunion zu reformieren, als die Eurozone auseinanderbrechen zu lassen".