Wirtschaft
24.05.2017

Studie: Die größten Lohnzuwächse gibt's für Besserverdiener

Mittlere Lohngruppen stiegen nach 2010 nur unterdurchschnittlich.

Besserverdienende sind nach einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ( DIW) bei der Lohnentwicklung ebenfalls vorne. "Am besten schnitten sowohl in der kurzen wie auch der längeren Frist die Beschäftigten am oberen Ende des Lohnskala ab", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten DIW-Studie.

Auffallend sei gewesen, dass nach 2010 die Steigerungen der mittleren Lohngruppen unterdurchschnittlich ausgefallen seien, sagte DIW-Forschungsdirektor Alexander Kritikos. Insgesamt seien die realen Bruttostundenlöhne der Beschäftigten seit 1995 für die unteren 40 Prozent gefallen, für die oberen 50 Prozent gestiegen.

Keine zunehmende Lohnspreizung mehr

Die Schere zwischen den niedrigsten und den höchsten Bruttostundenlöhnen ging in den vergangenen Jahren allerdings nicht weiter auf. In den Jahren vor der 2007 einsetzenden Finanzkrise hatte sie sich noch geöffnet. "Der Trend einer zunehmenden Lohnspreizung ist bei den Stundenverdiensten offenbar um das Jahr 2010 herum zum Stillstand gekommen", sagte der DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke.

Dass es auch bei niedrigen Löhnen inzwischen wieder aufwärtsgeht, hat laut DIW mehrere Gründe. So habe der Mindestlohn im Jahr 2015 die untersten Gruppen "kräftig angeschoben". Allerdings seien hier auch schon zuvor Erhöhungen erzielt worden. Geändert habe sich zwischen 2010 und 2015 auch die Struktur der Gruppe der Geringentlohnten: Zu ihr zählten inzwischen prozentual mehr Beschäftigte aus West- und dafür weniger aus Ostdeutschland.