"Strompreis bleibt stabil"

Wolfgang Anzengruber: Der Verbund-Chef freut sich über Regen
Foto: KURIER - Gruber

Gute Nachricht für Stromverbraucher: Zumindest bis Jahresende ist keine Preisanhebung zu erwarten.

Nach der Katastrophe von Fukushima und den deutschen Atom-Ausstiegsplänen wurde in der Strombranche mit deutlich steigenden Preisen gerechnet. Bisher hat sich diese Prognose nicht erfüllt: Unmittelbar nach Fukushima sind die Stromgroßhandelspreise an der Börse zwar um sechs Prozent nach oben geschossen, seither aber unverändert geblieben. "Wir werden den Strompreis für unsere Kunden bis Jahresende sicher stabil halten", betont Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Auch Christian Wojta, Geschäftsführer der EnergieAllianz sieht keinen Grund, an der Strompreis-Schraube zu drehen. Wie es 2012 weitergeht, wagt Anzengruber nicht zu prognostizieren. "Es gibt viele Unsicherheiten: Atomausstieg, -Preise, erneuerbare Energien", betont er. Mittel- bis Langfristig werde Strom aber sicher nicht billiger werden. Die Branche stehe in Europa vor massiven Investitionen, für den Verbund seien es bis 2016 rund 2,4 Milliarden Euro. Mit einer explosionsartigen Erhöhung der Strompreise rechne er aber nicht.

Steuern auf Strom

Real sei Strom in den vergangenen zehn Jahren ohnedies nicht teurer geworden. Der Staat habe dies laut Anzengruber aber dazu genutzt, im selben Zeitraum die Steuern auf Strom um 100 Prozent zu erhöhen. Für den Verbund war das erste Halbjahr 2011 durchaus schwierig: Die extrem niedrige Wasserführung der Flüsse drückte die Stromerzeugung in den Wasserkraftwerken. Der Regen der vergangenen Tage lässt den Verbund auf ein besseres Ergebnis im zweiten Halbjahr hoffen. Negativ zu Buche schlugen zudem Wechselkursverluste im Türkei-Geschäft und der Rückzug aus einem Großteil des verlustreichen Frankreich-Engagements. Das Konzernergebnis im ersten Halbjahr sank um 16,2 Prozent auf 176,3 Mio. Euro. Operativ gelang mit Kostenreduktionen ein Ergebnisanstieg um 1,7 Prozent auf 388,7 Mio. Euro.

Spekulationen über eine neuerliche Annäherung des Verbund-Konzerns an die OMV erteilte Anzengruber eine Absage. "Öl dazuzunehmen wäre eine vorsätzliche und fahrlässige Schädigung unseres Unternehmenswertes", stellte der Verbund-Chef klar. In einer Einbeziehung des Verbund in die ÖIAG sieht Anzengruber keine Vorteile.

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(kurier / Irmgard Kischko und Markus Stingl) Erstellt am
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