Schneestürme sorgten 2014 für besonders viele Ausfälle.

© /Energie Steiermark

Energie
08/25/2015

Stromausfälle nahmen 2014 deutlich zu

Österreicher waren im Schnitt 68 Minuten ohne Strom. Schuld waren zumeist Unwetter.

Die Österreicher waren im Jahr 2014 durchschnittlich 67,74 Minuten ohne Strom. Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert - im Jahr 2013 etwa waren es nur 57,08 Minuten gewesen. Schuld waren die heftigen Schneestürme in Kärnten, die große Schäden an den Leitungen anrichteten. Teilweise kamen die Netzbetreiber tagelang nicht mit dem Reparieren nach.

Außerdem gab es in der Steiermark und in Kärnten massive Vereisungen und dann schließlich noch im Lauf des Jahres zwei heftige Stürme, erklärte der Energieregulator E-Control in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht zur Stromausfallsstatistik 2014. Von diesen außertourlichen Ausfällen waren mehr als 1,5 Millionen Kunden betroffen.

"Ungeplante" Stromausfälle

Rechnet man diese "regional außergewöhnlichen Ereignisse" heraus, hatten die Österreicher vergangenes Jahr im Schnitt 49,62 Minuten keinen Strom. Davon entfielen 16,36 Minuten auf vorher angekündigte Unterbrechungen etwa wegen Wartungsarbeiten. Die ungeplanten Störungen summierten sich auf 33,26 Minuten. Das war in etwa gleich viel wie in den Jahren davor. Grund für solche Stromausfälle ist meist ebenfalls das Wetter.

"Bei uns hat ein guter Teil der längeren Ausfälle mit dem Winterwetter zu tun", sagte E-Control-Vorstand Walter Boltz. Wenn etwa Leitungen vereisen oder Bäume infolge eines Schneesturms auf die Strommasten fallen, kann die Reparatur länger dauern. "Ganz selten" aber falle der Strom in Österreich länger als ein, zwei Stunden aus - wie voriges Jahr in Kärnten.

Insgesamt 18.248 Versorgungsunterbrechungen haben die heimischen Netzbetreiber 2014 an die E-Control gemeldet, davon waren 7.568 geplant. In knapp 42 Prozent der Fälle wurden die Kunden also im Voraus über die Abschaltung informiert. Sonst waren Gewitter oder außergewöhnliche Ereignisse schuld an den Ausfällen.

Weniger Ausfälle in Deutschland

Der Blick über die Landesgrenze zeigt, dass die Österreicher 2014 deutlich länger auf Strom verzichten mussten als einige Nachbarn. In der Schweiz gab es im Vorjahr nur 8,6 Minuten ungeplante Stromunterbrechungen sowie weitere 10 Minuten geplante Ausfälle. In Deutschland waren die Verbraucher im Schnitt nur 12,28 Minuten ohne Strom - der beste Wert seit Beginn der systematischen Erfassung vor neun Jahren.

Boltz erklärt den großen Unterschied zu Österreich mit der Topografie. "Wir haben einen guten Teil der Stromanschlüsse im alpinen Raum, wo es Vereisungen und Erdrutsche gibt. In Deutschland wohnen 80 Prozent der Bevölkerung in flachem Gebiet." Zudem unterscheide sich die Siedlungsstruktur der beiden Länder. "In Deutschland leben viel mehr Leute in Städten als in Österreich." Wenn im alpinen Raum eine Leitung unterbrochen ist, könne das gleich ein ganzes Tal betreffen. In Wien dagegen sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es ein Ersatzkabel gibt.

Der Regulator ist mit der heimischen Versorgungssicherheit (99,99 Prozent) sehr zufrieden. Österreich liege seit Jahren im europäischen Spitzenfeld. In Frankreich sei der Strom im Jahr 2013 beispielsweise 68 Minuten ausgefallen, in Italien 42 Minuten, in Schweden 71 Minuten und in Polen sogar 255 Minuten.

Vergleich nicht ganz fair

Ein direkter Vergleich sei aber nicht ganz fair, denn nicht nur unterscheide sich die Topografie der einzelnen Länder, sondern auch die Erhebungsart. In Österreich müssen die Netzbetreiber die Stromausfälle seit vergangenem Jahr bereits ab der ersten Sekunde melden - in der E-Control-Statistik werden dann aber nur jene, die länger als drei Minuten dauern, berücksichtigt. In anderen Ländern erfolge die Datenerhebung nicht so akribisch. So sei es etwa fraglich, ob der deutsche Regulator von allen rund 800 Netzbetreibern Daten in dieser Güte bekomme, sagte Boltz.

Was sich jedenfalls nicht bewahrheitet habe, sei die Furcht, dass es mit der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 2001 zu mehr Störungen kommt. Puncto Ausfallsdauer habe es sogar leichte Verbesserungen gegeben. Würde man die Versorgungssicherheit noch stärker verbessern wollen, müsste man laut Boltz "sehr, sehr viel investieren" - was die Kunden weniger begeistern dürfte, denn sie müssten dann mehr an Netzgebühren zahlen.

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