Verwässert: Brunnen vor dem DB-Hauptquartier

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Kurseinbruch
03/06/2017

Strategieschwenk: Aktionäre prügeln Deutsche Bank

Aktie verliert fast neun (!) Prozent - Anleger sauer wegen Kapitalerhöhung.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan zerstreut Gerüchte, wonach sein Abgang bevorstehe. "Ich bin nicht amtsmüde", sagte der Brite, der erst seit Mai 2016 Alleinvorstand ist, zum TV-Sender CNBC. Er sei "zu 150 Prozent" präsent, um die jüngste Kurskorrektur des größten deutschen Geldhauses zu begleiten.

Die sorgt freilich für böses Blut unter den Aktionären. Denn obwohl Cryan behauptet hatte, er wolle die Bank mit den vorhandenen Mitteln sanieren, gibt es jetzt doch eine Kapitalerhöhung. Die Bank war am Montag das Schlusslicht der Frankfurter Kurstafel, das Wertpapier lag knapp neun Prozent im Minus.

Verwässerung ärgert Investoren

Den Investoren gefällt gar nicht, dass ihre Anteile durch 687,5 Millionen neue Aktien verwässert werden – zum dritten Mal seit 2010. Die Kapitalerhöhung soll acht Milliarden Euro einspielen und die Kernkapitalquote auf 14,1 Prozent heben, erläuterte Cryan in einem Schreiben an die Mitarbeiter der Bank.

Die haben ebenfalls allen Grund zur Sorge. Denn über den bekannten Schrumpfkurs hinaus will Cryan bis 2021 noch einmal 3,1 Milliarden Euro Kosten einsparen. "Es wird sicherlich einige Jobverluste in Deutschland geben", kündigte er an. Details nannte er nicht. Laut früheren Plänen sollten bis 2018 rund 9000 von 99.700 Arbeitsplätzen weltweit wegfallen. Davon sollten 4000 von 44.600 Jobs in Deutschland gestrichen werden.

Alles anders – das gilt nun auch für die Postbank. Die Deutsche Bank hatte diese erst 2010 gekauft, musste sie aber schon 2015 wieder auf die Verkaufsliste setzen. Nachdem sich kein Käufer fand und ein Börsegang unrealistisch wäre, wird das Privatkundengeschäft nun doch wieder in den Konzern integriert. Allerdings sollen weitere zwei Milliarden Euro aufgebracht werden, indem ein Teil der Vermögenssparte (Deutsche Asset Management) an die Böse gebracht wird.

Teure Altlasten

Die Bank kämpft mit Problemen an mehreren Fronten: Die Einnahmen aus dem klassischen Bankgeschäft sinken wegen der anhaltenden EZB-Nullzinspolitik. Die großen Rivalen, die Investmentbanken in den USA, sind rascher aus der Krise gekommen. Und nicht zuletzt sind da gravierende Altlasten: Skandale aus der Vergangenheit verursachten der Bank Rechtskosten in Milliardenhöhe.

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