Wirtschaft
24.04.2018

Strasser: "Bei den Bauern darf nicht gespart werden"

Wegen des Brexit fehlt ein Nettozahler. Bauernbundchef Strasser ist gegen Kürzungen im EU-Agrarbudget.

In der EU gibt es Überlegungen, beim Landwirtschaftsbudget zu sparen. Zuletzt war aus der EU-Kommission zu hören , dass eine Kürzung um rund sechs Prozent angedacht wird. Hintergrund ist der EU-Austritt der Briten. Da ein Nettozahler wegfällt, gibt es auch weniger Geld zu verteilen.

Bauernbundpräsident Georg Strasser ist strikt gegen solche Pläne: „Bei den Bauern darf nicht gespart werden. Wir akzeptieren das nicht.“ Der angebliche Einnahmenverlust der EU von rund zehn Milliarden Euro sei lediglich eine Schätzung.

Die Landwirtschaft ist der einzige Bereich in der EU, der völlig vergemeinschaftet wurde. Deshalb ist das Agrarbudget auch der größte Brocken im Finanzhaushalt der Europäischen Union und die Begehrlichkeiten, hier zu sparen, sind besonders groß. Es soll zwar auch im Verwaltungsbereich der EU gespart werden, aber eine Volumen von zehn Milliarden Euro wird sich wohl kaum ausgehen.

Strasser verweist darauf, dass ein beträchtlicher Teil der Einkommen der Landwirte aus dem EU-Budget kommt. Es gehe dabei um Abgeltungen für erbrachte Leistungen. Dazu gehören etwa Maßnahmen, die dem Umweltschutz dienen. Strasser betont daher die Bedeutung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU für die heimische Landwirtschaft.

Auch das wohl demnächst von der EU beschlossene Verbot der Neonicotinoide haber vor allem auf die

Rübenbauern massive Auswirkungen. „Wir haben derzeit einen massiven Befall mit Insekten. Wenn Neonicotinoide verboten werden, brauchen wir dringend Ausgleichsmaßnahmen.“ Marken wie Wiener Zucker werden aus Zuckerrüben aus Österreich hergestellt. Nun gehe es darum, solche Marken zu erhalten. Es besteht zwar die Möglichkeit, auf Bio-Rüben umzustellen, doch die kosten das Dreifache von konventionellen Rüben. Strasser: „Das ist eine große Herausforderung.“

Solidarität

Er appelliert in diesem Zusammenhang auch an die Solidarität der heimischen Konsumenten mit den Landwirten. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern produzieren Lebensmittel auf höchstem Niveau und das habe natürlich auch seinen Preis, der auch bezahlt werden müsse.

Der Bauernbund-Präsident setzt daher auf das AMA-Gütesiegel als Dachmarke für andere österreichische Produkte. A.AN.