Wirtschaft
12.12.2011

Steuererklärung kostet Firmen 170 Stunden

Um ihre Steuern zu begleichen, müssen heimische Unternehmer im EU-Vergleich viel Zeit aufwenden.

Österreichs Unternehmen müssen vergleichsweise viel Zeit aufwenden, um ihre Steuern zu begleichen: Für ein durchschnittliches Unternehmen beziffert die Beratungsgesellschaft PwC den Aufwand mit 170 Stunden. Damit liegt Österreich auf Rang 57 von 183 Staaten. Zum Vergleich: Mit 36 Stunden ist der Aufwand in den Golfstaaten am überschaubarsten.

In Europa fällt der geringste Aufwand in Luxemburg an (59 Stunden), Spitzenreiter ist Tschechien mit 557 Stunden.

 

Gleichzeitig errechnet die PwC-Studie für das Modellunternehmen in Österreich eine gesamte Steuerbelastung von 53,1 Prozent vom Gewinn: Das ist die Summe aus 15 Prozentpunkten Gewinnsteuern, 34,8 Prozentpunkten Lohnabgaben und 3,4 Prozentpunkten sonstigen Steuern. Noch teurer wird es für Firmen nur in Belgien, Estland, Frankreich und Italien, am günstigsten ist Luxemburg mit 20,8 Prozent gesamter Steuerbelastung.

Als Annahme diente den Studienautoren ein mittelgroßes Unternehmen mit 60 Beschäftigten, das Blumentöpfe herstellt und vertreibt. Im EU-Durchschnitt zahlt dieses Unternehmen 28,3 Prozent vom Gewinn für Steuern und Abgaben auf Arbeit. Damit liegt dieser Anteil in der EU deutlich höher als in anderen Teilen der Welt. Allerdings sehen die PwC-Experten niedrige Steuern nicht zwingend als ideale Lösung: „Wichtig ist, wie Regierungen die Steuereinnahmen nützen.“ Höhere Steuerraten würden zu florierenden und stabilen Gesellschaften beitragen.

Im langjährigen Vergleich der Studie gäbe es aber einen Trend zu Steuersenkungen: So sinke die durchschnittliche Steuerrate jährlich um mehr als ein Prozent, auch die Bürokratie werde einfacher.