In der Belegschaft wird befürchtet, dass der Abbau noch umfangreicher ausfallen könnte.

© REUTERS/HANNIBAL HANSCHKE

Elektro-Riese
02/05/2015

Stellenabbau bei Siemens kostet über 7000 Stellen

Alleine in Deutschland sollen rund 3300 Arbeitsplätze vor dem Aus stehen.

Der Elektrokonzern Siemens will laut Nachrichtenagentur Bloomberg im Zuge seines Konzernumbaus weltweit rund 7400 Arbeitsplätze streichen. In Deutschland stünden rund 3300 Stellen vor dem Aus. Siemens lehnte eine Stellungnahme ab. Der Konzern beschäftigte zuletzt weltweit 343.000 Mitarbeiter, davon 115.000 in Deutschland.

Ob und wie auch Österreich von dem Stellenabbau betroffen ist, war in der Zentrale von Siemens Österreich in Wien vorerst nicht zu erfahren. Zentralbetriebsrat Friedrich Hagl hoffte am Donnerstag, dass die Beschäftigten in Österreich verschont blieben, Genaues wisse er aber noch nicht. Derzeit sind in Österreich 10.400 Personen beim Elektrokonzern beschäftigt. In dieser Zahl sind die Beschäftigten der Linzer VAI, die als Joint Venture von Siemens und Mitsubishi geführt wird, nicht mehr dabei.

Seit Mittwoch beraten Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter im Wirtschaftsausschuss über die Auswirkungen des Umbaus auf die Arbeitsplätze. Es wird damit gerechnet, dass Siemens am Freitag über die Details informiert.

Straffung

Siemens-Chef Joe Kaeser (Bild), Nachfolger des Österreichers Peter Löscher, will den Elektrokonzern mit dem Umbau schlanker, effizienter und kundennäher machen. Dafür hat er die Einteilung des Geschäfts in Sektoren aufgehoben und die Zahl der Divisionen von 16 auf neun gekappt. Die Medizintechnik soll verselbstständigt werden. Aktivitäten wie die Hörgerätesparte oder der Anteil am Hausgerätehersteller BSH wurden verkauft.

Geschäftlich will Kaeser den Konzern auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ausrichten. Zuletzt lief es für den Elektroriesen nicht rund: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) hatte Siemens einen Gewinneinbruch verbucht.

Bereits seit Monaten wird spekuliert, dass durch den Umbau tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen dürften. Die Schätzungen reichten dabei von 5000 bis 15.000 Stellen. Kaeser selbst hatte erklärt, dass zunächst die Arbeitnehmervertreter im Wirtschaftsausschuss, dann die Mitarbeiter und schließlich die Öffentlichkeit informiert werden sollten.

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