Wirtschaft
18.04.2012

Starinvestor spekuliert gegen Deutschland

Hedgefonds-Manager John Paulson sah als erster den Crash des US-Häusermarktes vorher. Nun setzt er auf eine Verschärfung der Euro-Krise.

Der milliardenschwere US-Hedgefonds-Investor John Paulson wettet darauf, dass sich die Schuldenkrise in Europa wieder zuspitzt. Berichten zufolge spekuliert er seit einiger Zeit mit Optionsgeschäften auf sinkende Kurse europäischer Staatsanleihen und kauft zudem Kreditausfallversicherungen (CDS), um sich gegen einen Komplettausfall abzusichern.

Laut Financial Times wettet Paulson insbesondere auf eine schlechtere Bonität Deutschlands, dessen Bonds bislang als sicherer Hafen galten. Der Starinvestor gehe davon aus, dass auch Deutschland immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise gerate, wenn sich die Lage in den nächsten Monaten zuspitze. Ein Sprecher Paulsons lehnte eine Stellungnahme ab.

Spanien macht nervös

Die Nervosität der Investoren in Europa hatte zuletzt wieder zugenommen. Im Fokus steht vor allem das hochverschuldete Spanien, dem eine Rezession droht. Es wird erwartet, dass das spanische Bankensystem neue Milliardenspritzen braucht. Das könnte mit europäischer Hilfe geschehen.

Paulsons Investmentstrategie lässt bei vielen in der Branche die Alarmglocken klingen. Der Hedgefonds-Manager wurde berühmt, weil er als einer der ersten den Zusammenbruch des US-Häusermarktes vorhersah, der später das weltweite Finanzsystem ins Wanken brachte. Der heute 56-Jährige wettete 2007 erfolgreich vor allem gegen den Markt mit Hypotheken niedriger Qualität (subprime).

2011 war allerdings ein mageres Jahr für Paulsons Fonds, die insgesamt rund 24 Milliarden Dollar verwalten. Nun steht Paulson unter besonderem Druck, wieder satte Renditen zu liefern.