Wirtschaft
23.05.2018

Sprung an die Spitze: Sonja Sarközi wird Chefin der Sberbank Europe

Die ehemalige Bawag-Managerin hat das Rennen um die Nachfolge von Gerhard Randa als CEO für sich entschieden.

Frauen haben als Chefinnen in der österreichischen Bankenwelt nach wie vor Seltenheitswert. Umso beachtlicher, dass die frühere Bawag-Managerin Sonja Sarközi jetzt den Sprung in die oberste Vorstandsebene geschafft hat. Die 50-Jährige wird mit 1. Juli zur CEO der Sberbank Europe bestellt.

Der Aufsichtsrat der Bank traf die Entscheidung am Mittwoch, das Institut bestätigte einen Bericht des KURIER. Sarközi folgt Gerhard Randa nach. Der langjährige ehemalige Bank-Austria-Chef verlässt die Sberbank mit 30. Juni.

Randas Abgang habe nichts damit zu tun, dass das Geschäft für die russische Bankengruppe aufgrund der neuen US-Sanktionen schwieriger wird, versichern Insider. Der Grund sei ganz profan. Der Vertrag des 73-jährigen Top-Bankers war auf zwei Jahre befristet und läuft vereinbarungsgemäß mit 30. Juni aus.

Sarközi war fast 30 Jahre lang in der Bawag-Gruppe tätig, zuletzt als auf Konzernebene Vorstandsdirektorin für Innovation (CIO). Zuvor leitete sie etliche Jahre die Online-Tochter easybank. Im August des Vorjahres holte sie Randa als Chief Retail Banking Officer in den Vorstand der Sberbank Europe.

Zuvor war Stefan Zapotocky an Bord gekommen. Der gut vernetzte, ehemalige Manager der Bank Austria und Ex-Chef der Wiener Börse ist im Sberbank-Vorstand für das Firmenkunden-Geschäft zuständig.

Das Rennen um die Nachfolge von Randa soll sich zwischen Zapotocky und Sarközi zugespitzt haben. Banker finden es eher ungewöhnlich, dass die Russen eine Retail-Managerin zur Chefin befördern. Sarközi ist die Partnerin des Society-Reporters  und TV-Moderators Dominic Heinzl.

Aufsichtsratsvorsitzender der Sberbank Europe ist der ehemalige Magna-Spitzenmanager und Russland-Unternehmer Siegfried Wolf. Die mehrheitlich staatliche Sberbank Russia übernahm 2012 die Volksbank International und baute sie zur Sberbank Europe um. Das Institut mit Sitz in Wien ist in Österreich, Deutschland und Osteuropa tätig und schreibt seit 2016 schwarze Zahlen. Im ersten Quartal 2018 erwirtschaftete die Sberbank Europe ein Nettoergebnis von knapp 16 Millionen Euro. Die russische Mutter, die auf der neuen Liste der US-Sanktionen steht, steigerte den Nettogewinn im Vorjahr um 38 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro.