© KURIER/Franz Gruber

Spar-Kartellverfahren
06/23/2014

Spar-Chef wehrt sich: "Nie über Regalpreise verhandelt"

Vorstand Drexel fühlt sich falsch zitiert, betont vor Kartellgericht: Verkaufspreis-Gespräch nicht Absprache.

Im Verfahren gegen Spar hat Vorstand Gerhard Drexel am Montag vor dem Kartellgericht betont, dass der Lebensmittelhändler nie über Regalpreise verhandelt habe. "Über Verkaufspreise reden oder Verkaufspreise absprechen, das sind zwei Paar Schuhe."

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wirft Spar vor, Endverkaufspreise für Produkte wie Milch durch Vereinbarungen und abgestimmte Verhaltensweisen direkt und indirekt festgesetzt zu haben.

"Es kommt auf jedes Wort an"

Drexel fühlte sich in einem von der BWB als Beweismittel vorgelegten Presse-Zeitungsartikel zu einer Pressekonferenz Mitte November 2013 falsch zitiert. Er habe ein Statement zu den Preisabsprache-Vorwürfen der Bundeswettbewerbsbehörde abgelesen. "Es kommt auf jedes Wort an." Drexel legte Richterin Anneliese Kodek das verlesene Statement vor.

Kodek wollte von Drexel wissen, was für ihn der Unterschied zwischen dem Sprechen und der Absprache von Verkaufspreisen sei. "Wir verhandeln definitiv über Einstandspreise, das muss ja erlaubt sein", betonte der Spar-Chef. Wenn die Marktpreise nach unten gehen würden, dann gebe es Verhandlungen über geringere Einstandspreise. "Sobald wir sagen, wir sprechen mit Lieferanten über Verkaufspreise, machen Medien daraus eine Absprache", kritisierte Drexel eine verkürzte Darstellung.

Ebenfalls falsch zitiert fühlte sich der Spar-Chef bei einer Handels-Tagung im Frühjahr 2011. Laut einem Branchenmagazin soll Drexel den Markenartikelherstellern ausgerichtet haben, "sich um die Letztverbraucherpreise mehr zu kümmern". Das Zitat bezeichnete Drexel als Gerücht und dies sei möglicherweise auf normale Spannungen zwischen Spar und den Markenartikelherstellern zurückzuführen. Bei jedem Branchenevent sage er, die Preispositionierung der Markenartikler sei in der Regel zu hoch im Vergleich zu den Eigenmarken. Wenn die Markenartikelproduzenten ihre Preise senken würden, dann könne Spar die Verkaufspreise senken. "In der Regel gibt es für jeden Markenartikel eine unverbindliche Preisempfehlung."

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