Solide Wirtschaft: S&P belässt Österreich-Rating bei AA+

Steiermark: Streit mit Rating-Agentur
Ratingagentur erwägt Verbesserung des Ratings, sollte Österreich seine Schulden spürbar senken können. Vorkrisenniveau wohl erst 2023.

Die Ratingagentur Standard&Poor's belässt ihre Bewertung für  Österreich beim zweitbesten Wert AA+ mit stabilem Ausblick. Das heißt, es ist auch in naher Zukunft nicht mit einer Veränderung zu rechnen. S&P geht davon aus, dass es nach dem coronabedingten Einbruch heuer zu einer leichten Erholung der Wirtschaft kommen wird, wobei aber das Vorkrisenniveau von 2019 erst 2023 erreicht werden dürfte. Auch dürften die Schulden bis 2024 nicht sinken.

Die solide Grundstruktur der wohlhabenden, stark diversifizierten österreichischen Wirtschaft mit ihren starken Institutionen, dem starken Außenhandel sowie der Mitgliedschaft in der Eurozone, die Österreich von der starken Geldpolitik der EZB und den großen Märkten der Eurozone profitieren lässt, dürfte die Wirtschaft in Zeiten der Pandemie auf Kurs halten, meint S&P.

Verbesserung in Aussicht

Sollte Österreich seine Schulden wieder spürbar senken, etwa dank einem stärkeren Wirtschaftswachstum, würde S&P erwägen, das Rating zu verbessern. Sollte aber das Budget außer Kontrolle geraten und die Schulden stärker steigen als erwartet, sei auch eine Absenkung des Ratings denkbar.

Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Wirtschaft 2021 um 2,5 Prozent, 2022 um 3,2 Prozent und 2023 um 2,0 Prozent zulegt. Das Budgetdefizit dürfte im gleichen Zeitraum kontinuierlich zurückgehen, von minus 9,8 Prozent 2020 auf -6,3 2021, -4,0 Prozent 2022 und -3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung 2023. Der Schuldenstand dürfte bei 85 bis 86 Prozent des BIP stagnieren.

S&P bewertet die Wirtschafts- und Gesundheitspolitik Österreichs in der Coronapandemie als angemessen, kritisiert allerdings "vage" mittelfristige Pläne zur Konsolidierung des Staatshaushalts, zur Klimapolitik und Pensionsreform. Das Bekenntnis der Regierung zu Reformen müsse erst den Realitätstest bestehen angesichts der ideologischen Differenzen zwischen den Regierungsparteien ÖVP und Grüne.

"Politischer Kurs bestätigt"

Finanzminister Gernot Blümel sieht im aktuellen Rating den bisherigen Kurs in der Corona-Krise bestätigt: "Gleichzeitig ist mit dieser Bewertung auch die Mahnung verbunden, nach der Pandemie wieder zu einer soliden Budgetpolitik zurückzukehren", so Blümel zum Rating. Die Finanzmärkte würden auf diese Rückkehr vertrauen und deshalb könnesich Österreich immer noch vergleichsweise günstig finanzieren.

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