Wirtschaft
28.03.2017

US-Milliardenauftrag für Siemens Medical

Das US-Verteidigungsministerium schloss mit der Medizinsparte von Siemens einen über fünf Jahre laufenden Vertrag. Liebäugeln mit US-Börsengang.

Der Elektrokonzern Siemens hat für seine Gesundheitssparte in den USA einen Milliarden-Auftrag von der Regierung an Land gezogen. Das US-Verteidigungsministerium habe mit Siemens Medical Solutions einen über fünf Jahre laufenden und bis zu 4,1 Milliarden US-Dollar schweren Vertrag geschlossen, teilte das Ministerium am Dienstag in Virginia mit.

Demnach sollen die Land-, Luft, Seestreit- und zivilen US-Kräfte von Siemens mit radiologischen Systemen, passendem Zubehör und den dazugehörigen Schulungen versorgt werden.

Siemens liebäugelt mit US-Börsengang

Für einen geplanten Börsengang der Medizintechniksparte lässt sich Siemens-Chef Joe Kaeser weiter alle Optionen offen. "Wir haben vieles durchdacht, aber es ist noch nichts entschieden", sagte er dem Schweizer Blatt Finanz & Wirtschaft. Sowohl die Platzierung neuer Aktien in einem Börsengang als auch ein Teil-Spin-off sind möglich.

Auch der Ort der Börsennotiz ist offen: "Der US-Aktienmarkt ist sehr liquide und hat ein gutes Verständnis für den Gesundheitssektor", fügte er hinzu. Es bleibe abzuwarten, ob US-Präsident Donald Trump Bürokratie und Steuern abbaue. "Auch die Börsen Frankfurt und Hongkong sind ebenfalls Optionen." Die Arbeitnehmervertreter hatten sich gegen eine Notiz in Amerika ausgesprochen, weil sie die Aushöhlung der Mitbestimmungsrechte fürchten.

Für die nächste Zeit seien keine weiteren Abspaltungen geplant, sagte Kaeser. "Die große strukturelle Neuausrichtung ist abgeschlossen", formulierte der Manager, der den Konzern in seiner Amtszeit wiederholt neu aufgestellt hat. Eine reine Beteiligungsgesellschaft, wie Betriebsräte und Gewerkschafter befürchten, solle Siemens nicht werden.

Die Restbeteiligung am Lichttechnikkonzern Osram von knapp 18 Prozent will Kaeser weiter loswerden, hielt sich aber über die Art und Weise weiter bedeckt. "Es gibt keinen inhärenten Grund mehr, beteiligt zu sein. Es gibt auch die Option, einen strategischen Zusammenschluss zu ermöglichen, um Osram zu stärken." Zuletzt hatten sich Chinesen für das Traditionsunternehmen interessiert, hatten sich aber nach massiven Protesten der Belegschaftsvertreter wieder abgewandt.