Wirtschaft
06.06.2018

Siemens investierte 4,5 Mio. Euro in Drehgestell-Werk in Graz

Die Investition soll nicht die letzte sein - ein mittelfristiges Programm für Wien-Simmering und Graz steht.

Die Siemens AG Österreich hat die Produktion in ihrem Grazer Drehgestell-Werk modernisiert: Um rund 4,5 Mio. Euro wurden zwei neue digitalgesteuerte Bohr-Einheiten gebaut und am Mittwoch offiziell angeworfen. Damit werden die Drehgestell-Rahmen um 30 Prozent schneller als bisher bearbeitet. Die Investition soll nicht die letzte sein - ein mittelfristiges Programm für Wien-Simmering und Graz steht.

Die beiden Maschinen ersetzen zwei der vier alten Bohrwerke, von denen zwei weitere noch in Betrieb bleiben. Der Vorteil der neuen Maschinen ist, dass sie wesentlich mehr Werkzeuge integriert haben - 180 gegenüber rund 100 früher - und notwendige Wechsel etwa von Bohrköpfen schneller und im laufenden Betrieb gemacht werden können, sagte Werkstättenleiter Josef Kaufmann. Das Aufstellen der Maschinen in der Größe eines Einfamilienhauses bis zur technischen Abnahme hat rund ein Jahr gedauert. Bedient werden sie von einem Beschäftigten, Abläufe können nun genau dokumentiert werden. Die Maschinen fahren im Drei-Schichtbetrieb inklusive Samstag bzw. einer Schicht an Sonntagen.

"Schlüsselkompetenz schlechthin"

Werksleiter Stefan Erlach sagte bei der Inbetriebnahme, die Halle am Standort wurde 1913 errichtet, die ersetzten Maschinen stammen von Ende der 1990er Jahre. Arnulf Wolfram, Chef der Siemens Österreich-Division Mobility: "Das Drehgestell ist die Schlüsselkompetenz schlechthin". Das Grazer Werk werde ständig am letzten Stand gehalten, vor drei Jahren wurden etwa Schweißroboter in Betrieb genommen. Ein Drehgestell muss zum Beispiel Geschwindigkeiten von über 300 km/h aushalten und eine Lebensdauer von rund 30 Jahren haben, bei Millionen abgespulter Kilometer.

LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) lobte bei der offiziellen Eröffnung - die Maschinen sind seit Anfang Juni in Betrieb - die Entscheidung für die Investition am Standort Graz: "Das ist eine weitere Aufwertung des Welt-Kompetenzzentrums von Siemens". Laut dem Konzern werden rund 130 Mio. Euro an Einkaufsvolumen pro Jahr regional ausgegeben.

Im Werk Graz sind rund 980 Mitarbeiter beschäftigt, rund 50 Lehrlinge werden ausgebildet, davon ein Drittel weibliche Auszubildende. Der Anteil an weiblichen Beschäftigten im Werk liegt zwischen 15 und 20 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden in Graz über 1.640 Drehgestelle produziert, für Trams, U-Bahnen und andere Schienenfahrzeuge. Die Jahreskapazität liegt bei rund 2.500 Fahrwerken. Eine Höchstzahl wurde vor rund zehn Jahren mit über 3.000 erreicht.